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41/2017

Sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen.

Epheser 5,18

Wenn in meinem Heimatdorf ein Mann durch die Straßen torkelte, sich immer wieder am Zaun festhielt und dabei wirres Zeug lallte, hieß es kurz und knapp: „Der ist voll.“ Damit drückte man aus, dass der Schwankende reichlich Alkohol getrunken hatte.

Paulus warnte Christen vor Besäufnissen. Das war damals anscheinend so aktuell wie heute. Viele betrifft das nicht, aber jedem Christen gilt die zweite Aufforderung, sich vom Heiligen Geist erfüllen zu lassen. Von Jesus heißt es am Beginn seines öffentlichen Wirkens, dass er „voll Heiligen Geistes“ war (Lk 4,1). Zu Pfingsten, dem Geburtstag der Gemeinde, „wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist“ (Apg 2,4). Als die junge Bewegung einige Zeit später Diakone wählte, sollten diese „voll Heiligen Geistes“ sein (Apg 6,3). Einer von ihnen, dem eben das später ausdrücklich bestätigt wurde, war Stephanus (Apg 7,55). Und auch von Petrus und Paulus wird es uns in der Apostelgeschichte bezeugt.

Warum ist es für Nachfolger Christi so wichtig, vom Heiligen Geist erfüllt zu sein? Dank des Geistes werden wir zu einem Leben befähigt, in dem sich die Gesinnung Christi entwickelt und entfaltet. Wir sprechen auch von „Heiligung“. Der Heilige Geist schenkt uns die Freude an allen Werten, die göttlichen Ursprungs sind. Zum Beispiel wächst die Sehnsucht, andere so zu lieben, wie Jesus uns liebt. Wo Christen dem Heiligen Geist viel Raum geben, ist es eine Lust zu sein. Christus selbst wohnt dann in uns und hilft uns, seinen Willen zu erkennen und umzusetzen (Hes 36,27). Geisterfüllte Christen sind kleine Inseln des Reiches Gottes in dieser Welt.

Und wie werden wir voll des Heiligen Geistes? Zuerst ist das ein göttliches Geschenk, das uns bei der Taufe verheißen ist. Aber der Raum, den wir dem Geist einräumen, ist ein Leben lang ausbaufähig. Kanäle, über die uns der Heilige Geist erreicht, sind Gebet und Gemeinschaft mit Geisterfüllten. Wer sich nach der Fülle des Heiligen Geistes sehnt, taucht in Gottes Wort ein und will auf Gott hören. Wissen müssen wir auch, dass der Heilige Geist sensibel auf Sünde reagiert. Wenn jemand darin beharrt, zieht er sich zurück. Deshalb fängt jede neue, vom Geist gewirkte Bewegung mit Sündenerkenntnis und Buße an. Gott will bei mir damit beginnen.

Wilfried Krause


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