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30/2017

In [Christus] haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.

Epheser 1,7

In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts gab es in Europa immer wieder wunderbare Erweckungen. Einer der mutigsten Zeugen Christi war Friedrich Wilhelm Baedeker (1823-1906), ein Neffe Karls, des Begründers der bekannten Baedeker-Reiseführer.

Friedrich Wilhelm Baedeker wurde in Witten in Westfalen geboren. Er studierte Theologie und Philosophie, glaubte aber nicht an Gott. Erst als er 43 Jahre alt war, bekehrte er sich während einer Evangelisation. Später bekannte er: „Ich ging hinein als ein stolzer deutscher Ungläubiger und kam heraus als ein demütiger gläubiger Jünger des Herrn. Gott sei Preis!“ Baedeker wurde ein bekannter Prediger. Sein wichtigstes Lebenswerk verband ihn mit Russland. Es gelang ihm (wie außer ihm wohl nur noch Mathilda Wrede), Zutritt zu Gefängnissen und Straflagern zu erhalten. Sogar die Gefangeneninsel Sachalin durfte er besuchen. Dort traf er Schwerstverbrecher in erbarmungswürdigem Zustand, angekettet und völlig hoffnungslos. Ihn trieb die Frage um: Wie soll ich diesen Männern (die zumeist Analphabeten waren) das Evangelium vermitteln, wenn sie es nicht nachlesen können? Da kam ihm eine grandiose Idee.

Er schuf eine „Bibel ohne Worte“. Sie bestand aus vier Seiten. Die erste Seite war schwarz wie der Tod. Sie drückte die Hoffnungslosigkeit aus, in der die Gefangenen lebten. Die zweite Seite war rot als Symbol für die Liebe Christi und dessen Blut, durch das alle Schuld, auch die dunkelste, vergeben und ausgelöscht werden kann. Und weil Christi Blut hell und rein macht, war die dritte Seite weiß. Aus schwarz macht Gott weiß! Welch eine Hoffnung, unbeschreiblich! Die vierte Seite war golden. Das ist die Farbe der Reife, des unermesslichen Glücks und Reichtums und der Vollendung. Das neue Jerusalem wird als eine goldene Stadt beschrieben. Baedekers Botschaft: „Wenn ihr diese Seite anschaut, dann denkt immer daran: All das, was ihr jetzt durchmachen müsst, vergeht. Wer Christus im Glauben annimmt, geht einer goldenen Zukunft entgegen. Schenkt also diesem Jesus euer Herz.“

Die Botschaft dieser „Bibel ohne Worte“ ist einfach und doch so einprägsam. Und sie veranschaulicht, was Paulus im Andachtstext schrieb: In Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung unserer Sünden.

Hartwig Lüpke


© Advent-Verlag Lüneburg

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