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14+15/2017

Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen ... Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Jesaja 53,4-5

„Lieber Herr Klingeberg, Jesus starb für mich. Immer wenn ich das lese und darüber nachdenke, muss ich weinen ...“

Dieses persönliche Zeugnis hat mich tief bewegt. Vor allem aber hat es mich beschämt. Ich bin in die Familie eines adventistischen Geistlichen hineingeboren, habe das Evangelium sozusagen mit der Muttermilch aufgenommen, und es war mir so selbstverständlich, dass ich niemals einen Anlass sah, deshalb in Tränen auszubrechen.

Inzwischen habe ich, zumindest statistisch gesehen, etwa zwei Drittel meines Christenlebens hinter mir, und völlig unerwartet werde ich auf eine ganz neue, ungewohnte Weise mit der erlösenden Botschaft des Evangeliums konfrontiert. Da ist jemand, dem das Leiden und Sterben von Jesus zu Herzen geht, weil er es ganz persönlich nimmt und nur immer wieder fragen kann: „Das alles erlitt er für mich? So viel war und bin ich ihm wert?“

Ja, so ist es. Und fast jeden Tag kann ich es einem meiner Bibelfernkursteilnehmer schreiben: „Durch sein Opfer auf Golgatha hat Jesus den Preis für die Sünden aller Menschen bezahlt. Aber er wäre diesen schweren Weg auch gegangen, wenn nur wir beide, Sie und ich, das nötig gehabt hätten.“

Richtig. Und meine Bibel sagt mir, dass er das alles sogar für nur ein einziges seiner Menschenkinder getan hätte. Jesus selbst hat das in seinem Gleichnis vom verlorenen Schaf beschrieben, und die Botschaft dieses Gleichnisses gilt uneingeschränkt bis zum heutigen Tag. Aber damit sie nicht nur meinen Verstand, sondern auch mein Herz erreicht, muss ich sie ganz persönlich nehmen. All diese unvorstellbaren Schmerzen, die Brutalität der Misshandlung durch römische Soldaten, das qualvolle Sterben am Kreuz: Er hätte es auch nur für mich getan.

Auch du darfst diese einzigartige Wahrheit ganz persönlich nehmen. Dass sie heute dein und mein Herz bewegt wie nie zuvor und dass wir beide sie nie wieder vergessen, das wünsche ich dir und mir für diesen und jeden weiteren Tag, den Gott uns noch schenkt.

Friedhelm Klingeberg


© Advent-Verlag Lüneburg

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