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09/2017

Wer sündigt, missachtet das Gesetz Gottes, denn Sünde bedeutet immer Auflehnung gegen Gottes Gesetz.

1. Johannes 3,4 (Neues Leben Bibel)

Auf die Frage, was Sünde ist, antwortet dieser Text: Missachtung des Gesetzes Gottes. Dieses Verständnis von Sünde findet sich auch im Blick auf weltliche Gesetze. Wer die Verkehrsregeln nicht einhält, ist ein „Verkehrssünder“, wer seine Steuern nicht gemäß der Steuergesetze zahlt, ist ein „Steuersünder“.

Doch das biblische Verständnis von Sünde reicht viel tiefer. Das erkennen wir, wenn wir den Bericht vom Sündenfall in 1. Mose 3 studieren, auch wenn dort das Wort „Sünde“ überhaupt nicht vorkommt. Was ist eigentlich beim „Sündenfall“ geschehen? Warum hatte das Essen der Frucht vom „Baum der Erkenntnis“ so schwerwiegende und weitreichende Folgen? Weil die eigentliche Sünde nicht das Übertreten des Gebotes Gottes war, sondern die Absicht des Menschen, wie Gott zu sein. Damit lösten sich die Geschöpfe von ihrem Schöpfer. Sie „kündigten“ ihre Beziehung zu Gott.

Diese Sünde verursachte weitere Beziehungsstörungen. Adam und Eva suchten nach einem „Sündenbock“ und beschuldigten sich gegenseitig. Dann zerbrach ihre Familie, als Kain seinen Bruder ermordete. Letztlich sind alle kleinen und großen Sünden des Menschen Folge seiner Auflehnung gegen Gott, seiner Loslösung von ihm.

Doch Gott hat sich nicht von den Menschen gelöst. Er kümmerte sich um sie; er redete mit ihnen, machte ihnen Kleidung und gab ihnen die Verheißung, sie zu erlösen (1 Mo 3,9-15). Später gab er ihnen eigenhändig in Stein geschriebene Gebote - nicht um ihre Freiheit einzuschränken, sondern um sie vor weiteren Beziehungsstörungen zu schützen. Schauen wir genau hin, dann erkennen wir: Jedes der Zehn Gebote soll unsere Beziehung zwischen uns und Gott und untereinander schützen.

Es geht dabei um Liebesbeziehungen: „Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand ... Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! In diesen beiden Geboten ist alles zusammengefasst, was das Gesetz und die Propheten fordern“, erklärte Jesus (Mt 22,37. 39-40 GNB). Weil Sünde immer unsere Beziehungen zerstört, fordert Gott uns nicht nur auf: Sündigt nicht (1 Joh 2,1), sondern auch: „Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet.“ (Jes 45,22)

Joachim Hildebrandt


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