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02/2017

Meine Zeit steht in deinen Händen.

Psalm 31,16

In diesen Tagen am Jahresanfang ertappe ich mich häufig bei dem Gedanken: Ich wüsste nur allzu gerne, wie es nächstes Jahr um diese Zeit in meinem Leben aussieht. Dann könnte ich mich auf das Unangenehme vorbereiten, das vielleicht auf mich zukommt. Oder das, was gut wird, würde mir noch besser gelingen, weil ich wüsste, worauf es ankommt. Ich glaube, ich bin mit diesem Gedanken nicht allein.

Wenn ich in alles eingeweiht wäre, dann wäre da auch keine Entwicklung. Ideen müssen wachsen, damit ich sie mir zu eigen machen kann, Entscheidungen müssen reifen, damit ich dahinterstehen kann. Und manches braucht eben Zeit. Nicht alles liegt in meinen Händen. Oft habe ich das Gefühl, dass das, was ich erlebe, wie ein aufgewühlter See ist, auf dessen Grund ich schauen möchte. Doch ich muss warten, bis sich Sand und Schmutz wieder gesetzt haben - warten, bis ich wieder klar sehen kann.

Das alles kann ich nicht beschleunigen. Ich kann Termine machen und bestimmen, wie viel Zeit ich für bestimmte Dinge aufwende. Aber auch das ist beschränkt: Zeit ist mir geschenkt, aber ich weiß nicht, wie viel. Manchmal ist das schwer auszuhalten. Aber mein Glaube hilft mir, damit zurechtzukommen.

Im Psalm 31 heißt es: „Meine Zeit steht in deinen [Gottes] Händen.“ Wenn ich glauben kann, ist diese Erkenntnis völlig entlastend. Mir vermittelt dieser Vers: Mensch, mach dir nicht zu viele Sorgen. Erstens kannst du sowieso nicht alles beeinflussen oder ändern, was auf dich zukommt. Und zweitens ist da jemand, der sich um dich sorgt, der deine Zeit in seinen Händen hält. Das klingt für mich behütend, liebevoll und umsichtig. Ich brauche keine Angst zu haben, dass meine Zeit vergeudet wird. Ganz gleich, was auf mich an Schwerem oder Schönem zukommt, Gott wird mein Leben, meine Zeit in seinen Händen halten. Sicher, es wird nicht alles glatt und nach Plan laufen, aber der Vers vermittelt mir: Gott steht mir bei, und ich werde die Kraft haben, alles zu überstehen. Und trotzdem habe ich die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, egal welche: Gott geht mit mir in alles hinein, was ich entschieden habe.

Ich wünsche dir für das neue Jahr, dass du die dir zur Verfügung stehende Zeit dankbar aus Gottes Hand nimmst und auch die Erfahrung machst, dass er sich um dich sorgt. In diesem Sinne alles Gute für das Jahr 2017!

Beate Strobel


© Advent-Verlag Lüneburg

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