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38/2016

Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist ... wirst du gerettet.

Römer 10,9

Es ist schon kurios mit uns Menschen. Statt uns hinein nehmen zu lassen in die Liebe, Freude und Fülle Gottes, widerstehen wir der Liebe Gottes. Wir sind teilweise so verblendet, dass wir die Liebe Gottes unterschwellig als eine Bedrohung empfinden. Wir spüren wohl instinktiv, dass wir diese Liebe nicht haben können ohne die Herrschaft Gottes. Ja, Gott ist unteilbar, denn seine wunderbare Gnade bringt mich unter seine Herrschaft. Das ist Fakt. Aber nicht wahr ist, was viele so ängstlich empfinden, dass uns die Herrschaft Gottes arm machen könnte. Es ist genau umgekehrt: Gottes Liebe und Herrschaft nehmen uns unsere Erbärmlichkeit, Jämmerlichkeit und Armut.

Gottes Herrschaft über uns macht uns unsagbar reich. Trotzdem sind wir schnell misstrauisch. „Gottes Herrschaft“, schon allein diese Formulierung erregt in vielen Herzen Widerstand. Da wehrt man sich instinktiv. Unser Weltempfinden will uns ja weismachen, dass alle Herrschaft in unserem Leben uns selbst gehört. Aber damit betrügen wir uns. Die alten Parolen „Mein Bauch gehört mir“, „Mein Leben gehört mir“, „Ich kann mit meinem Leben machen, was ich will“ sind Lügen. Wir können eben nicht einfach tun und lassen, was wir wollen. Das wäre zerstörerisch für andere und uns selbst.

Wem gehören wir dann? Haben wir uns eigentlich selbst gemacht? Haben wir uns das Leben selbst gegeben? Nein. Wir sind letztlich Eigentum unseres Schöpfers. Was wir da fest in unserem Besitz geglaubt haben, das hat uns nie wirklich gehört. „Unser Leben“ ist Gottes Eigentum, das viele von uns ihm leider vorenthalten. Aber er nimmt es sich nicht einfach, obwohl es sein Recht wäre. Er wartet geduldig, ob wir ihm endlich übergeben, was ihm gehört.

Die Bibel sagt: Wir haben ein von Gott geschaffenes Leben und Dasein. Es ist uns eine kurze Weile verliehen und anvertraut. Was machst du mit dieser Leihgabe? Mein Vorschlag: Lass in allem Jesus die Mitte sein. Das ist unsere Bestimmung und auch unser riesengroßes Glück. Vertraue darauf: Jesus ist der Herr - und er bleibt es. Denke daran: Will der Mensch groß sein ohne Gott, wird er ganz klein, will er aber klein sein unter Gott, wird er ganz groß. „Jesus ist Herr!“ - mit diesem Ruf der ersten Christen will ich dankbar und zielbewusst leben.

Bernd Rahner


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