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31/2016

Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel, die Erde, das Meer und alles, was darin und darauf ist, erschaffen; aber am siebten Tag hat er geruht. Deshalb hat der Herr den Sabbat gesegnet und für heilig erklärt.

2. Mose 20,11 (Neues Leben Bibel)

Hast du dich auch schon einmal gefragt, wieso Gott am Ende seiner Schöpfungswoche Ruhe brauchte? Hatte ihn seine Schöpfungstätigkeit so sehr erschöpft, dass er sich ausruhen musste? Dabei sagte doch Jesajas über Gott eindeutig: „Der Herr ist ein ewiger Gott, der Schöpfer der ganzen Erde. Er wird nicht matt oder müde.“ (Jes 40,28b NLB)

Für Israeliten stellte sich dieses Problem wohl kaum, denn sie wussten, dass „ruhen“ auch „aufhören“ mit einer Tätigkeit bedeutet. Das hatte Gott am siebten Tag der Schöpfungswoche tatsächlich getan: mit dem Schaffen von etwas Neuem aufgehört.

Hat er dann eine himmlische Hängematte zwischen zwei Planeten aufgespannt, um sein Werk in Ruhe zu betrachten? Wohl kaum. Vielmehr hat er an dem siebten Wochentag eine Gemeinschaft der besonderen Art mit den Menschen gepflegt, wie er es sonst nur an den Abenden tat (vgl. 1 Mo 3,8a). Sie konnten mit ihm von Angesicht zu Angesicht reden, ihm direkt für die wunderbare Schöpfung danken und ihm Fragen stellen.

Im vierten der Zehn Gebote wird nicht nur deutlich gesagt, dass wir Menschen an diesem siebten Wochentag keine Alltagsarbeit verrichten und auch nicht andere für uns arbeiten lassen sollen, sondern es wird auch angedeutet, dass Gott ihn speziell zur Beziehungspflege innerhalb der Familie und des ganzen Haushaltes vorgesehen hat: „Der siebte Tag ist der Ruhetag des HERRN, deines Gottes. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten, auch nicht dein Sohn oder deine Tochter, dein Sklave oder deine Sklavin, dein Vieh oder der Fremde, der bei dir lebt.“ (2 Mo 20,10 GNB) Natürlich sollte dies verbunden sein mit dem Denken an den Schöpfer und die wunderbare Schöpfung, wie die nachfolgende (und anfangs zitierte) Begründung der Sabbatruhe zeigt.

Jesus stellte einmal im Streit mit den Schriftgelehrten über die rechte „Heiligung“ des Sabbats klar: „Der Sabbat wurde zum Wohl des Menschen gemacht und nicht der Mensch für den Sabbat.“ (Mk 2,27 NLB) Dieses „Wohl“ liegt in der Pflege der Beziehung zu Gott, im familiären Miteinander und im Austausch mit Gleichgesinnten. Heute haben wir dazu wieder besondere Gelegenheit.

Werner E. Lange


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