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25/2016

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun.

2. Mose 20,9-10a

Als Pastor hörte ich bei meinen Antrittsbesuchen bei älteren Gemeindegliedern oft Berichte über ihre Schwierigkeiten, eine sabbatfreie Arbeitsstelle zu bekommen. Viele mussten ihren Beruf wechseln oder sich selbstständig machen. Welch ein Segen, dass der Samstag nun weitgehend arbeitsfrei ist, dachte ich oft, aber auch: Manchem Jüngeren entgehen dadurch wichtige Erfahrungen mit Gott.

Ende der 80er-Jahre begann das Drängen der Industrie, nicht nur wieder samstags, sondern auch sonntags produzieren zu dürfen. Ich betreute damals einige Gemeinden im Ruhrgebiet. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Dinslaken beschloss, auf einer seiner vierteljährlichen Veranstaltungen für Pastoren, Religionslehrer und Kirchenmitglieder, das Thema „Sonntagsheiligung“ zu behandeln. Als Referent wurde ein katholischer Prälat aus Essen eingeladen. Er plädierte für eine Zusammenarbeit der Kirchen mit den Gewerkschaften - die ja ab 1959 den freien Samstag durchgesetzt hatten -, um den Sonntag arbeitsfrei zu halten. Eine interessante Allianz, dachte ich (mit den Aussagen von Offenbarung 13 im Hinterkopf).

In der Diskussion über das Referat sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises plötzlich: „Wir haben ja Pastor Lange von den Adventisten unter uns, die den Sabbat halten. Was meinen Sie zu unserem Thema?“ Mein Vorgänger als Bezirkspastor hatte vor diesem Publikum bereits über die Adventgemeinde und ihre Lehren und Praktiken referiert und einen positiven Eindruck hinterlassen. Was sollte ich nun sagen?

Bevor ich mir darüber klarwerden konnte, hörte ich mich plötzlich reden. Das ist ja interessant, was du da sagst, dachte ich mir. Ich erlebte, was Jesus versprochen hat: „Macht euch keine Sorgen, was ihr zu eurer Verteidigung sagen sollt, denn Gott wird euch zur rechten Zeit die rechten Worte in den Mund legen.“ (Mt 10,19 NLB) Hinterher wurde ich von einigen Anwesenden anerkennend angesprochen. Aber ich wusste nicht mehr genau, was ich vorher gesagt hatte.

Der Herr selbst verteidigt seinen Sabbat! Er wird es auch in Zukunft tun. Denjenigen, die um einen arbeitsfreien Sabbat kämpfen müssen, wird er beistehen. Und wir alle können den Sabbatsegen jede Woche erfahren - schon heute Abend wieder!

Werner E. Lange


© Advent-Verlag Lüneburg

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