You are here: Andacht der Woche
Return to: Home
General:

14/2016

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Römer 8,38-39

Dies war die Erfahrung des Apostels Paulus. Nachdem er sich bekehrt hatte, unterstellte er sein Leben ganz dem Jesus, der ihm auf dem Weg nach Damaskus erschienen war. Seitdem wusste er, dass der gekreuzigte Jesus Christus lebt. Er war tatsächlich auferstanden und zum Himmel aufgefahren und ihm als himmlisches Wesen begegnet. Von diesem Moment an erfuhr Paulus die Barmherzigkeit und Liebe Gottes. Er, der eifernde Christenverfolger, wurde nicht von Gott bestraft, sondern in ein neues Leben mit Jesus geleitet.

Paulus war so tief ergriffen von dem Opfertod Christi und von Gottes Erlösungsplan, dass er es überall verkündigen und Gottes Liebe bezeugen wollte. So wurde er ein von Gott auserwähltes Werkzeug, das Evangelium nicht nur persönlich, sondern auch durch Briefe, die wir heute noch lesen können, weiterzugeben.

In dieser Mission durchlebte er unterschiedliche Situationen. Als ehemaliger Verfolger der ersten Christen wurde er nun selbst von Juden verfolgt. In einem Brief an die Korinther zählte er einiges auf, was er erlebt und erlitten hatte (2 Kor 11,23-28). Dazu musste er sich auch mit einem körperlichen Leiden abfinden - obwohl er Gott dreimal darum gebeten hatte, ihn davon zu befreien. „Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung“, lautete Gottes Antwort auf diese Bitte (2 Kor 12,9a EB). Zunächst war dies sicher sehr frustrierend für Paulus. Aber Gott gab ihm Kraft, Durchhaltevermögen, Freunde, die ihm zur Seite standen, und die besondere Leitung des Heiligen Geistes. Obwohl nicht alles, was ihnen widerfuhr, mit der Liebe Gottes vereinbar zu sein schien, war er gewiss, dass ihn nichts von dieser Liebe trennen konnte.

Auch in unserem Leben gibt es sicher Zeiten und Situationen, die wir nicht verstehen können. Wir suchen nach Gottes Liebe, können sie aber nicht sehen. Julie von Hausmann dichtete in dem Lied „So nimm denn meine Hände und führe mich“ nach schwerem Leid: „Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht.“ (Wir loben Gott, Nr. 266,3)

Marli Weigt


© Advent-Verlag Lüneburg

Go to: 35/2015 42/2015