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10/2016

[Jesus sagte:] „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich ... Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“

Johannes 10,14.27-28

Ein Schäfer in Baden-Württemberg staunte nicht schlecht, als er eines Morgens zu seinem Pferch kam, und alle 111 Schafe verschwunden waren. Zunächst dachte er, sie seien ausgebrochen. Aber bald merkte er, dass sie gestohlen worden waren. Er meldete den Verlust der Polizei und erfuhr, dass derartige Vorfälle schon mehrfach in dieser Gegend geschehen seien und eine Bande dahinter vermutet werde. Es bestehe ein begründeter Verdacht, aber mehr wisse man noch nicht.

Einige Wochen später erhielt der Schäfer einen Anruf von der Polizei, er solle mit nach Niedersachsen fahren. Dort stehe ein Güterzug bereit, der Tausende Schafe in die Türkei bringen soll. Die Papiere seien zwar alle in Ordnung, aber vielleicht seien seine Schafe mit dabei.

Als der Schäfer mit seinen Begleitern auf dem Bahnhof ankam, rief er zunächst ganz leise. Doch es passierte nichts. Als er lauter wurde, lief plötzlich ein Schaf zu ihm hin. Er machte weiter und nach und nach kamen immer mehr Tiere herbei, bis es schließlich 111 Schafe waren. Es war seine Herde. Die Tiere hatten alle die Stimme ihres Hirten erkannt.


Jesus benutzte das Bild von den Schafen und ihm als gutem Hirten, um die innige Verbindung zwischen sich und seinen Jüngern zu zeigen. Durch sie und durch sein Wort wissen wir, was er von uns will, auch wenn wir seine Stimme nicht akustisch vernehmen. Jesus spricht zu uns, wenn wir die Evangelien lesen, im Gebet stille sind und auf ihn hören, oder durch die Begegnung mit anderen Christen. Dabei macht er uns durch seinen Geist bewusst, was er jetzt von uns erwartet oder welchen Weg wir gehen sollen, um ihm zu folgen.
Das gelingt uns aber nur, wenn wir täglich eine stille Zeit mit Jesus verbringen. Jeder wird dabei seine eigene Form finden müssen, so wie es seinem Auffassungsvermögen und seinen täglichen Pflichten entspricht. Wichtig ist aber, dass wir es tun. Dann werden wir immer besser in der Lage sein, unsere Entscheidungen im Sinne von Jesus zu treffen. Möge uns das auch heute gelingen.

Günter Schlicke


© Advent-Verlag Lüneburg

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