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48/2015

Warum siehst du jeden kleinen Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? Du sagst: „Mein Bruder, komm her! Ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen!“ Dabei hast du selbst einen Balken im Auge! Du Heuchler! Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du klar sehen, um auch den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen.

Matthäus 7,3-5 (Hoffnung für alle)

Unsere Augen sind sehr empfindlich. Schon ein Sandkorn oder ein Haar darin irritieren uns sehr. Und ein Splitter würde uns sehr schmerzen. Daher ist der Vergleich, den Jesus hier zieht, umso verwunderlicher. Mit seinen Übertreibungen wollte er uns offensichtlich etwas Bestimmtes einprägen.

Diesem Vergleich von Jesus geht folgende Anweisung voraus: „Verurteilt nicht andere, damit Gott nicht euch verurteilt!“ (Mt 7,1 GNB) Jesus warnt uns davor, jemanden zu verurteilen. Wir beurteilen Menschen oft nur nach dem Äußeren, aber Gott sieht hinter die Fassade. Er kennt die Motive, Absichten und Schwächen jedes Menschen, die uns meist unbekannt sind.

Jesus warnte: „Denn euer Urteil wird auf euch zurückfallen, und ihr werdet mit demselben Maß gemessen werden, das ihr bei anderen anlegt.“ (V. 2 GNB) Mit dem gleichen Maßstab, mit dem wir andere Menschen beurteilen, werden auch wir beurteilt. Nur Gott allein hat das Recht dazu, die Menschen zu richten, weil nur er allein weise und gerecht ist!

Um zu verdeutlichen, wie unangemessen das Verurteilen ist, brachte Jesus diesen Vergleich. Er fordert dazu auf, zuerst den „Balken“ bei uns selbst zu entfernen und dann erst den „Splitter“, den wir bei unserem Mitmenschen sehen. Er verwendet hier einen interessanten Vergleich, denn ein Balken ist ja sehr viel größer als ein Splitter.

Passiert uns das manchmal auch, dass wir unsere eigenen Fehler übersehen und die Schuld beim anderen suchen? Wir sind oft so auf die Fehler der anderen fixiert, dass wir dabei unsere eigenen nicht bemerken oder sie ignorieren. Dabei sind unsere eigenen Fehler oft sehr viel größer.

Jeder von uns hat seine Fehler – auch bei mir ist das so. Das müssen wir erkennen und zuerst bei uns selbst anfangen aufzuräumen. Lasst uns daher Gott bitten, dass er uns unsere eigenen Fehler erkennen lässt und uns zeigt, wie wir sie entfernen können!

Andreas Faber


© Advent-Verlag Lüneburg

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