You are here: Andacht der Woche
Return to: Home
General:

47/2015

Wenn du durch Wasser gehst, werde ich bei dir sein. Ströme sollen dich nicht überfluten! Wenn du durch Feuer gehst, wirst du nicht verbrennen; die Flammen werden dich nicht verzehren!

Jesaja 43,1 (Neues Leben Bibel)

Wer zum ersten Mal durch eine Autowaschanlage fährt, erlebt sicher aufregende Momente: Hoffentlich bleibe ich hier nicht stecken! Hoffentlich bleiben die Scheiben ganz!

Vor einigen Jahren hatte ich ein Autowasch-Erlebnis der besonderen Art: Mittendrin im Waschvorgang kam der Bürstenbügel direkt auf die Frontscheibe zu und bewegte sich nicht nach oben. Ich hupte anhaltend. Als die Windschutzscheibe zu bersten begann, machte ich mich auf dem Sitz so klein ich konnte, um mich vor dem Bürstenbügel in Sicherheit zu bringen. Da wurde die Waschanlage endlich vom Betreiber gestoppt! Es ist klar, dass ich monatelang nur mit mulmigen Gefühlen in (andere) Waschanlagen gefahren bin. Geht es uns nicht manchmal auch so, dass wir in einer Notsituation stecken, ein Unheil unaufhaltsam auf uns zukommen sehen, zu Gott schreien – und nichts geschieht? Oder doch im letzten Augenblick! Es muss nicht direkt mit Wasser oder Feuer zu tun haben, wie im Andachtswort; gleichwohl machte uns die letztjährige Hochwasserkatastrophe wieder deutlich, was für bange Stunden des Wartens und Hoffens Christen wie Nichtchristen erleben müssen.

Wohl dem, der die Bewahrung Gottes im letzten Moment erlebt und ihm dafür danken kann. Wohl aber auch dem, der Gott sein Vertrauen nicht kündigt, wenn die Rettung ausgeblieben ist und er unter den Folgen zu leiden hat. Wenn er zum Beispiel zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit seine Wohnung trockenlegen und Haushaltsgeräte oder Mobiliar neu anschaffen muss.

Wir wissen wohl, dass Gott kein Gebetserhörungsautomat ist und der Glaube keinen übernatürlichen und allumfassenden Krankheits-, Unfall- und Lebensversicherungsschutz bietet. Dennoch fällt es uns verständlicherweise schwer, das Leid aus der Hand Gottes anzunehmen, das er in unserem Leben zulässt.

Weil wir in Gottes Augen kostbar und unendlich wertvoll sind (siehe Jes 43,4), dürfen wir uns seiner Liebe und seiner Bewahrung im Blick auf das ewige Leben sicher sein! Was auch immer diesseits der Ewigkeit geschieht, Gott hält, was er versprochen hat!

Elí Diez-Prida


© Advent-Verlag Lüneburg

Go to: 48/2015 46/2015