You are here: Andacht der Woche
Return to: Home
General:

31/2015

Lasst uns aufeinander achten! Wir wollen uns zu gegenseitiger Liebe ermutigen und einander anspornen, Gutes zu tun. Versäumt nicht die Zusammenkünfte eurer Gemeinde, wie es sich einige angewöhnt haben. Ermahnt euch gegenseitig dabeizubleiben. Ihr seht ja, dass der Tag nahe ist, an dem der Herr kommt.

Hebräer 10,24-25 (Hoffnung für alle)

Nach einer Emnid-Umfrage im Herbst 2012 sind 86 Prozent aller Deutschen der Ansicht, man könne auch ohne Kirche ein Christ sein; in der Altersgruppe von 40 bis 49 Jahren sind es sogar 99 Prozent!

Die Gründe, warum Christen ihre Kirche verlassen, sind sehr verschieden. Ein nicht geringer Anteil, besonders in Gemeinschaften mit persönlichem Kontakt untereinander, geht auf das Konto Enttäuschungen oder Verletzungen. Auch der Trend in unserer Gesellschaft zur Individualisierung (Vorrang des Einzelnen vor der Gemeinschaft) wirkt sich hierbei aus. Doch was auch immer der Anlass zur Trennung ist – sie ist eine Entscheidung gegen Gottes Wort. Warum?

Christus und seine Apostel erklärten eindeutig: Ohne Kirche bzw. Gemeinde kann niemand Christ sein. Um ein Christ zu werden und zu bleiben, ist die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen unverzichtbar. Paulus betonte: Kein Glied kann zum anderen sagen: „Ich brauche dich nicht.“ (1 Kor 12,21). „Kann man als Christ Einzelgänger sein? Dann wäre man wie ein Soldat ohne Armee, ein Schüler ohne Schule, ein Kaufmann ohne Kunden, ein Matrose ohne Schiff, eine Biene ohne Bienenkorb, ein Autor ohne Leser oder ein Fußballspieler ohne Mannschaft. Solche Zustände mag es vielleicht geben, aber sie sind völlig unbefriedigend.“ (Verfasser unbekannt)

Spannungen, Enttäuschungen und seelische Verletzungen gibt es überall – auch in einer Gemeinde. In ihr leben ja nicht heile, sondern Heil suchende Menschen. Enttäuscht bin ich, wenn der oder die andere meine Erwartungen nicht erfüllt. Enttäuscht bedeutet auch: Ich habe mich getäuscht. Die Ursache liegt also bei mir. Wenn ich das erkenne, kann ich die Situation realistischer betrachten.

Das bringt mich zu der Frage: Erwarte ich von dem anderen mehr als von mir selbst? Und wo habe ich andere enttäuscht oder verletzt – gewollt oder ungewollt?
Als Mutter Teresa von einem Journalisten gefragt wurde: „Was muss sich in der Kirche ändern?“, antwortete sie: „Sie und ich.“

Joachim Hildebrandt

© Advent-Verlag Lüneburg

Go to: 32/2015 30/2015