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07/2007

Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten, durch ihn, den Herrn, wächst er auf zu einem heiligen Tempel.

Epheser 2,21 (Gute Nachricht Bibel)


Schon 40 Jahre lang ist er unermüdlich dabei: Justo Gallego Martinez, ein ehemaliger Mönch, der sich zum Ziel gesetzt hat, eine Kathedrale zu bauen. Seit 1963 schuftet Justo von früh bis spät an seinem Lebenswerk im spanischen Mejorada del Campo, einem Vorort von Madrid. Den Entschluss zu diesem kühnen Projekt fasste er, als er sein Kloster wegen einer Tuberkuloseerkrankung verlassen musste. Zum Dank für seine Genesung begann er, auf dem elterlichen Hof ein gewaltiges Bauwerk zu errichten - ohne Maschinen und größtenteils aus Bauschutt. Es hat zwölf Türme, ist fünfzig Meter lang, zwanzig Meter breit und an seinem höchsten Punkt fünfunddreißig Meter hoch. Mit seinen fünfundsiebzig Jahren zieht er noch immer Tag für Tag über einen Flaschenzug Steine auf die Kuppel.
Justo Gallegos Lebenstraum ist noch unvollendet, aber bereits klar als Gotteshaus erkennbar. Am Anfang nahm ihn niemand ernst; inzwischen bewundem Fachleute seine außerordentliche Begabung. Der Stararchitekt Norman Foster nannte die Kathedrale „das Beeindruckendste, was ich jemals gesehen habe". Trotzdem fand sich bis heute niemand, der die Verantwortung für das Gebäude übernehmen wollte. Soll man den alten Mann nun aufgrund seines einsamen Entschlusses und illegalen Vorgehens belächeln oder vielmehr wegen seiner Zielstrebigkeit und Ausdauer bewundern? In jedem Fall ist seine Kirche dazu angetan, zum Nachdenken über ein anderes kühnes Bauwerk anzuregen, das sich ein Größerer vorgenommen hat: Gott selbst.

„Denkt also daran, dass ihr Gottes Bauwerk und sein Tempel seid, dass Gottes Geist in euch wohnt!", schreibt Paulus an die Gemeinde in Korinth (l Kor 3,16 Hfa). Welch kühnes Projekt, das Gott aus eigener Kraft vollbringen will! Das Material, das ihm zur Verfügung steht, gleicht eher altem Bauschutt als frisch gebrannten Ziegelsteinen. Dennoch ist Gott unermüdlich und zielstrebig dabei, seine Vision mit uns zu verwirklichen.

Noch ist der Bau der Gemeinde nicht vollendet, noch arbeitet Gottes Geist kräftig an uns. Doch Johannes durfte die vollkommene „Braut des Lammes" bereits bewundern: „Er zeigte mir die Heilige Stadt Jerusalem, die von Gott aus dem Himmel herabkam. Sie strahlte die Herrlichkeit Gottes aus und glänzte wie ein kostbarer Stein." (Offb 21,10-11 GNB) Was heute unmöglich erscheint, wird dann Wirklichkeit!

Rolf J. Pöhler

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