You are here: Andacht der Woche
Return to: Home
General:

45/2006

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

2. Korinther 5,19

Wem gilt die Versöhnung, die allein von Gott durch Christus vollbracht worden ist? Im Neuen Testament finden wir an vielen Stellen eine eindeutige Antwort: Gott „versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu". Im ersten Brief schreibt Johannes: „Und er [Christus] ist die Versöhnung für unsere Sünden, nicht aber allein für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt" (2,2). Und: Christus, „der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung" (l Tim 2,6). Kein Mensch ist ausgeschlossen, ganz gleich, wie er bisher gelebt, was er auch immer getan hat. Kein Mensch kann zu Recht behaupten, für ihn gäbe es keine Versöhnung mit Gott.

Doch diese Versöhnung geschieht nicht automatisch für jeden. Sie ist keine Generalamnestie, auch keine Allversöhnung. Vielmehr „bittet" Gott, dass wir uns „versöhnen lassen" (2 Ko 5,20). Gottes Versöhnung ist ein Angebot, ein Geschenk. Angebote und Geschenke kann man annehmen oder auch ablehnen. Gott lässt jedem die Freiheit, er zwingt sie niemandem auf.

Der verstorbene Pfarrer Wilhelm Busch weist in seinem sehr bekannten Buch „Jesus unser Schicksal" auf den Bericht des amerikanischen Geistlichen hin, der als Seelsorger versucht hat, Adolf Eichmann vor seiner Hinrichtung zur Annahme der Versöhnung mit Gott zu bewegen, um ihn vor der Verurteilung im Gericht Gottes zu bewahren. Eichmann hatte während des letzten Weltkrieges die Deportation der Juden im damaligen deutschen Machtbereich in die Konzentrationslager organisiert und war damit am millionenfachen Mord beteiligt. 1961 ist er nach seiner Verhaftung durch den Staat Israel zum Tode verurteilt worden. Seinem Seelsorger gegenüber blieb er starr bei seiner Überzeugung: Er brauche keinen Erlöser, er brauche keine Vergebung und er wolle sie auch nicht.

Keiner von uns hat auch nur annähernd solche Schuld auf sich geladen wie Eichmann. Aber Gott sagt in seinem Wort: „... darin sind die Menschen gleich: Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte." (Rö 3,23 Hfa) Deshalb bedürfen wir alle ausnahmslos der Versöhnung mit Gott. Für jeden von uns hat Gott den Versöhnungsscheck unterschrieben. Einlösen muss ihn jeder ganz persönlich: „Ja" sagen zu Gottes Angebot, das in der Nachfolge Christi bezeugt wird.

Joachim Hildebrandt

Go to: 46/2006 01/2007