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40/2006

Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden tragen uns davon wie der Wind,

Jesaja 64,5

Der Herbst ist da!

„Wo wir gehn und stehn, kann es jeder sehn. Was ist nur mit dem Baum geschehn? - Man kann kein grünes Blatt mehr sehn. Sie sind jetzt gelb und rot und braun, ihr braucht nur hinzuschaun.

Die Blätter schaukeln hin und her. Der Herbstwind pustet immer mehr. Was ist denn mit den Blättern los? -Sie fallen in das Moos."

So bestaunen die Kleinen in einem Kinderlied den Herbst mit seinen Farben und fallenden Blättern. Und wir Erwachsenen wundern uns, dass Frühling und Sommer schon wieder hinter uns liegen.

Der Herbstmonat Oktober bekam seinen Namen vom lateinischen „okto", was nichts weiter als acht heißt. „Okto" oder acht deshalb, weil er der achte Monat im römischen Kalender war. Noch heute begegnet uns in vielen Worten die lateinische Acht, so in „Oktave" (acht Tonstufen), im „Oktett" (Musikstück für acht Soloinstrumente), im „Oktogon" (Achteck).

Herbstzeit ist Erntezeit. Da werden nicht nur die Blätter bunt, auch die Früchte leuchten „gelb und rot und braun, ihr braucht nur hinzuschaun". Ich las, dass man aus einem Zentner Äpfel 30 Liter Saft pressen kann. Trägt ein Baum also drei Zentner Äpfel, so hat er etwa 100 Liter Saft in seine Früchte hineinpumpen müssen. Dazu kommt, dass ein Baum mittlerer Größe täglich rund 100 Liter Wasser über die Blätter an die Luft abgibt. Im Herbst stellt er die Wasserversorgung jedoch ein. Die Blätter werden trocken und fallen ab. In dem Buch „Das unwahrscheinliche Leben" wird der Vorgang so beschrieben: „Der Baum denkt an den Winter ... Bemerkenswert dabei ist, dass er nicht wartet, bis es wirklich kalt ist, sondern damit beginnt, wenn die Temperaturen von den sommerlichen noch nicht sehr verschieden sind." (Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin) Steckt dahinter ein kluger Hausmeister, der den Wasserhahn rechtzeitig zudreht?

In dem erwähnten Buch heißt es auch: „Verfolgt man die Kette eines technischen Vorgangs bis zuletzt, steht am Ende immer der Mensch." Dürfen wir da nicht auch sagen: Verfolgt man die Kette eines natürlichen Vorgangs bis zuletzt, dann steht am Ende - und auch am Anfang - immer Gott, der Schöpfer.

„Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können. Deshalb kann sich niemand damit entschuldigen, dass er von Gott nichts gewusst hat." (Rö 1,20 GN)

Lothar Reiche

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