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24/2006



Gott schreibt auf krummen Linien gerade

2. Korinther 3, 1-11

Ihr seid unser Brief, in unser Herz geschrieben, gekannt und gelesen von allen Menschen.

Was kann nicht mit einem Brief alles passieren? Meine Frau schrieb ihn. Eins unserer Kinder trägt ihn im strömenden Regen zum Briefkasten. Im Postwagen fällt er beim Sortieren auf den Boden. Ein Beamter steht versehentlich darauf. Der Postbote - man verzeihe mir meine Fantasie! - hatte zufällig fettige Finger. Wie sieht der Brief nur aus! Aber ich freue mich, es ist ja die Handschrift meiner Frau.

Ober die Gemeinde von Korinth hätte Paulus sich auch grün und blau ärgern können. Viel war missgestaltet. Das wird nicht verharmlost. Die Flecken sind ärgerlich und auch völlig unnötig. Aber Paulus freut sich doch. Trotz aller offenbaren menschlichen Sünde sieht er die Handschrift Jesu.

Denken wir nur an die Jugendgruppen! Der Kopf der Jungen ist erfüllt vom Kicken und Eisschlotzen. Aber ist da nicht in den Herzen die Handschrift Jesu sichtbar? Auf die muss man achten. Bauten und Papiere sind auch gewiss wichtig, aber die Handschrift Jesu ist das Entscheidende.

Damals wurde Paulus heftig kritisiert. Manche wünschten ihm noch mehr Gaben für seinen Dienst. Offenbar überragten ihn andere in der Redegabe. Aber Paulus hat dennoch ein großes Selbstvertrauen - durch Christus.

Paulus weiß um das Geheimnis, dass Gottes Heiliger Geist unsichtbar durch sein Wort wirkt. Gottes Geist wirkt durch viele an der Gemeinde. Paulus wollte nur einer dieser Schreibstifte Jesu sein. Haben wir dieses unseren Augen Verborgene in der Gemeinde Jesu schon entdeckt? Vielleicht achten wir zu viel auf äußere Reformen und neue Methoden, die ja ihr Recht haben. Vielleicht wollen wir in einer ganz unbiblischen Weise strahlen und leuchten, ja imponieren vor den Ungläubigen. Es könnte uns ruhig machen, dass Paulus dies versagt blieb. Umso wichtiger war ihm die Predigt von Jesus, der sündige Menschen gerecht macht. Wenn man davon nur Spuren in den Herzen der Menschen sehen kann!

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