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23/2006



Die Armut eines Reichen

Lukas 12, 16-21

Aber Gott sprach zum reichen Kornbauern: „Du Narr! Diese Nacht wird man dein Leben von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du aufgehäuft hast?“

Ein erfolgreicher Unternehmer war dieser reiche Kornbauer. Sicher musste er hart arbeiten. Aber der Segen Gottes blieb nicht aus.

Dieser Mann wirkt sympathisch. Sein Vermögen brachte er nicht durch Gaunerei zusammen. Er jammerte auch nicht über die schlechten Zeiten, wie sonst viele reiche Leute tun. Er ist kein Nimmersatt. Im Gegenteil! Er weiß, wie wichtig jetzt eine Pause ist. Er kann sich an seinem Erfolg freuen. Und über allem wilden Arbeiten hat er nicht vergessen, dass er eine Seele hat. Die muss auch zu ihrem Recht kommen und soll sich ausruhen können.

Zu diesem Mann sagt Gott: „Du Narr!“ Das erregt Widerspruch. Er hat doch nichts Böses getan. Aber dumm bleibt er dennoch in den Augen Gottes. Der Verstand geht ihm ab. Wie soll man das verstehen?

Gott ist kein Feind des Denkens und Planens. Nur will er, dass wir weise denken und klug planen. Daran fehlt's beim reichen Kornbauern. Darum bleibt er ein Dummkopf.
„Heute Nacht wird man deine Seele von dir fordern!“ sagt Gott. Welche Ernte bringt er dann ein?
Man sagt oft, beim Sterben kann man nichts mitnehmen. Das ist aber nicht richtig. Allerdings nehmen wir keine irdischen Güter mit. Aber sehr wohl kann man im Sterben reich in Schätzen der kommenden Welt Gottes sein.

Was haben wir, wenn das Sparguthaben plötzlich nichts mehr wert ist? Wenn morgen schwere Krankheit kommt? Wenn wir hungern müssen? Wenn wir im Beruf auf einmal entbehrlich werden? Oder gar wenn's zum Sterben geht?

Wir müssen auf den einen Armen sehen, der ärmer war als alle anderen. Er war verlacht, gehasst, ja totgeschlagen. Und doch war er reicher als alle anderen. Er lebte und starb als einer, auf dem Gottes Wohlgefallen ruhte. Das Kreuz Jesu weist uns auf den größten Reichtum hin.


Aller Trost und alle Freude
ruht in dir, Herr Jesu Christ.
Dein Erfreuen ist die Weide,
da man satt und fröhlich ist.
Leuchte mir, o Freudenlicht,
ehe mir mein Herze bricht.
Lass mich, Herr, an dir erquicken;
Jesu, komm, lass dich erblicken!

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