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15/2015

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest ... Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag.

2. Mose 20,8.11

In den Vereinigten Staaten gibt es seit über zehn Jahren eine regelrechte Welle von Büchern, die das Sabbathalten als ein altes Gegenmittel gegen den modernen Stress preisen (auch wenn sich die Autoren dabei nicht auf einen speziellen Wochentag festlegen). Einige sehen auch eine tiefere Bedeutung im Sabbathalten. Martha Hickman schreibt zum Beispiel: „Nach einigen Momenten des Nachdenkens würden die meisten von uns schnell zustimmen, dass wir nach einer Verschnaufpause hungern und dürsten nach der profunden Ruhe, dem Bewusstsein, in Verbindung mit unserer tiefsten Realität zu sein, das der Sabbat bietet.“ (A Day of Rest, New York 1999, S. 14)

Unsere „tiefste Realität“, an die uns der Sabbat erinnert, ist die Tatsache, dass wir wie alle Lebewesen auf der Erde von Gott geschaffen wurden und nicht durch Zufall entstanden sind. Mit Gottes Schöpfungstaten wird die Heiligung des Sabbats in den Zehn Geboten begründet, wie unser Andachtswort zeigt.

Der Sabbat erinnert uns daran, dass wir Menschen dazu geschaffen wurden, in Beziehung mit Gott zu leben. Die ersten Menschen erlebten das noch ganz „hautnah“ aus eigener Erfahrung. Denn Gott ruhte selbst am ersten Sabbat, nachdem er die Menschen geschaffen hatte: „So vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.“ (1 Mo 2,2) Das ist eine interessante Aussage, denn da er an diesem Tag nichts schuf, würden wir doch erwarten, dass es heißt, Gott vollendete am sechsten Tag seine Werke. Aber der Sabbat gehörte dazu, er (und nicht der Mensch) ist die Krönung der Schöpfungswoche. Denn der Zweck der Schöpfung war die Gemeinschaft mit den Menschen. Gott hat an jenem Sabbat sicher keine himmlische Hängematte zwischen zwei Planeten aufgespannt, sondern er hatte Umgang mit Adam und Eva im Garten Eden. Darin lag der Segen dieses Tages.

Heute kommt Gott nicht mehr sichtbar zu uns am Sabbat, aber durch seinen Geist will er mit uns Gemeinschaft pflegen. Um dies zu erfahren, müssen wir seine Gegenwart suchen. Der heutige Sabbat bietet wieder eine Gelegenheit dazu.

Werner E. Lange


© Advent-Verlag Lüneburg

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