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08/2015

Der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt!

Habakuk 2,20

Von Jahr zu Jahr wird die Welt unruhiger und lau- ter. An Flugplätzen und Durchgangsstraßen wird der Lärm immer unerträglicher und macht Men- schen krank.

Der lebensfeindliche „Lärm“, den der Prophet Habakuk beklagte, ist anderer Art; denn er selbst wird laut gegenüber Gott: „Wie lange soll ich schreien, und du willst nicht hören? “ (Hab 1,2a) Und dann hält er Gott vor, dass die Welt voll Bos- heit, Jammer, Raub und Frevel ist; Gewalt geht vor Recht, Menschen werden übervorteilt, es ergehen verkehrte Urteile und die gerechte Sache kann nicht gewinnen (V. 3–4).

Nachdem der Prophet aufgezählt hat, was alles schief läuft in dieser Welt, muss er erst einmal tief Luft holen. Und dann gibt er Gott Gelegenheit, sich zu äußern: „Hier stehe ich auf meiner Warte und stelle mich auf meinen Turm und schaue und sehe zu, was er mir sagen und antworten werde auf das, was ich ihm vorgehalten habe.“ (Kap. 2,1)

Erstaunlich, dass Gott sich auf solch einen dreis- ten und fordernden Ton einlässt! Aber seine Antwort ist klar und eindeutig und enthält einen Auftrag an den Propheten: Alles Unrecht in der Welt wird bei Gott registriert, nichts wird übersehen, und dem Durcheinander in der Welt setzt Gott sein planmäßi- ges Handeln entgegen, wie er es jeweils durch seine Propheten ankündigen lässt. Darauf können gläu- bige Menschen sich verlassen. Manchmal braucht es viel Geduld, aber seine Zusagen sind zuverlässig. Und für die Zeit des Wartens gilt: „Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.“ (V. 4)

Nachdem der Prophet diese Antwort auf sei- ne Fragen erhalten hat, sieht er zwar immer noch Unrecht und Gewalt in seiner Umwelt; aber er sieht auch, dass ein Leben ohne oder gegen Gott keine Zukunft hat. Und während er anfangs laut beklagt hat, dass Gott dem heillosen Treiben der Menschen scheinbar schweigend und tatenlos zuschaut, weiß er es jetzt besser: „Aber der HERR ist in seinem hei- ligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt!“ (V.
20) Und weil er sich selbst in dieses Stillesein ein- bezieht und Gottes Handeln im Weltgeschehen und in seinem Leben vertraut, kommt nun ein neuer Grundton in sein Leben: „Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.“ (Kap. 3,18)

Danke, großer Gott, dass du alle Fäden in der Hand hältst und im Weltgeschehen und in unserem Leben das letzte Wort haben wirst!

Johannes Fiedler


© Advent-Verlag Lüneburg

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