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46/2014

Handelt nicht gedankenlos, sondern versucht zu begreifen, was der Herr von euch will.

Epheser 5,17 (Neues Leben Bibel)

Was will denn der Herr von uns? Wie kann ich seinen Willen erkennen? Wie zeigt er mir, was er von mir erwartet? Und wie kann ich mir sicher sein, dass etwas wirklich Gottes Wille ist und nicht meine eigene Wunschvorstellung?

Es ist manchmal nicht leicht, das herauszufinden. Manche wenden die „Bibel-aufschlag-Methode“ an: Sie schlagen die Bibel an irgendeiner Stelle auf, tippen dann blind mit dem Finger auf irgendeinen Bibelvers und erklären dann dessen Inhalt als Gottes Wille für sie. Natürlich kann Gott einen Bibeltext, den wir zufällig lesen, benutzen, um uns eine Wegweisung zu geben, aber die Bibel ist kein Orakelbuch.

Paulus forderte die Christen in Ephesus auf, nicht gedankenlos zu handeln, sondern sie sollten zu begreifen versuchen, was Gott von ihnen wollte. Gott teilt sich uns mit, und zwar so, dass wir ihn verstehen können. Es würde nicht zu ihm passen, wenn er sagen würde: „Ich habe zwar einen Plan (bzw. eine Absicht) für dein Leben, aber den verrate ich dir nicht. Streng dich mal ein bisschen an und finde ihn selbst heraus!“ Das ist nicht Gottes Art. Gott redet zu uns so, dass wir ihn verstehen können – vorausgesetzt, wir handeln nicht gedankenlos, sondern hören genau hin. Er ist ja daran interessiert, dass wir seinen Willen tun.

Gott zeigt uns seinen Willen in der Regel durch seine Gebote und durch Beispiele in der Bibel. Wer allerdings nur einmal in der Woche während des Gottesdienstes sein Wort an sich heranlässt, wird kaum in der Lage sein, im Alltag zu erkennen, was Gott von ihm erwartet. Und wer sich mit dem Lesen der Andacht aus diesem Buch bzw. Abreißkalender – als „christlichen Schnellimbiss“ – begnügt, der braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm Gottes Wille nie so richtig klar wird.

Über die „erhellende“ Wirkung des Wortes Gottes schrieb ein Psalmist aus Erfahrung: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg!“ (Ps 119,105) Gott will uns seinen Willen zeigen, aber er ist kein Info-Center. Daher will er es im Rahmen einer persönlichen Beziehung zu uns tun. Dazu gehört, dass wir mit ihm im Gespräch bleiben, und zwar nicht nur die wenigen Minuten während der „stillen Zeit“ am Morgen.

Ich bin gespannt, was er mir heute zu sagen hat, und hoffe, dass wir alle aufmerksam hinhören und seine Absicht für uns erkennen.

Gerhard Mellert



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