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45/2014

So spricht der Herr: „Auch jetzt noch könnt ihr zu mir zurückkommen! Tut es von ganzem Herzen, fastet, weint und klagt! Ja kehrt von ganzem Herzen zu mir um! Zerreißt nicht nur eure Kleider als Zeichen der Trauer!“ Kommt zurück zum Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, seine Geduld ist groß und seine Liebe grenzenlos.

Joel 2,12–13a (Hoffnung für alle)

Sicher hat es jeder von uns schon einmal erlebt: Wir bitten einen Menschen um Vergebung, weil wir ihm bewusst oder unbewusst Unrecht zugefügt haben, und bekommen als Antwort: „So schnell kann ich dir nicht vergeben. Ich muss darüber nachdenken.“ Oder: „Zuerst musst du dich bewähren!“

Der Prophet Joel zeigte den Menschen, dass Gott ganz anders handelt, wenn wir uns an ihn wenden: Gott ist gnädig – das bedeutet, er gewährt seine Güte unverdienterweise. Würden wir sie verdienen, dann wäre es keine Gnade mehr, sondern Belohnung. Voraussetzung dafür ist, dass der Gnade Suchende es aufrichtig meint, sein Versagen einsieht und es ihm leidtut.

Wer sich von ganzem Herzen bekehrt, belässt es nicht bei Äußerlichkeiten. Es geht ihm um eine Änderung des Denkens und des Herzens. Er wird seine Beweggründe hinterfragen und hinterfragen lassen (vgl. Ps 26,2; 139,23) und immer wieder über sein Verhältnis zu Gott nachdenken.

Gottes Liebe zu uns ist grenzenlos. Was bewirkt sie in uns? Reue (Röm 2,4b) und Gegenliebe! Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat (1 Joh 4,19). Sie bewirkt aber auch Liebe zum Nächsten: „Wer Gott liebt, der muss auch seinen Bruder und seine Schwester lieben.“ (1 Joh 4,21 Hfa) Und sie löst die Bereitschaft aus, den Willen Gottes zu erfüllen, wie er beispielsweise in seinen Geboten dokumentiert ist: „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“ (Joh 14,15)

Bekehrung, von der Joel im Andachtstext spricht, meint doch, unser Verhältnis zu Gott und unseren Umgang mit unseren Mitmenschen zu überprüfen. Beides können wir sowohl anhand der Zehn Gebote als auch der Bergpredigt tun. Wer das gern und regelmäßig tut, für den wird der von Joel angekündigte „Tag des Herrn“, womit eigentlich der Tag des Gerichts gemeint ist, zu einem Tag der Freude werden, weil er in Gottes Gnade und Liebe geborgen lebt. Darum wird er sich auf diesen Tag freuen und beten: „Dein Reich komme!“

Heinz Weigmann



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