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33/2014

Als der Herr mit Mose zu Ende geredet hatte auf dem Berge Sinai, gab er ihm die beiden Tafeln des Gesetzes; die waren aus Stein und beschrieben von dem Finger Gottes ... Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand; die waren beschrieben auf beiden Seiten. Und Gott hatte sie selbst gemacht und selber die Schrift eingegraben.

2. Mose 31,18; 32,15-16

In der monatlichen Zeitschrift Stiftung Warentest werden regelmäßig Mogelpackungen vorgestellt. Meist geht es darum, dass die Verpackung überdimensioniert ist und dadurch der tatsächliche Inhalt entsprechend gering erscheint. Kein Wunder, dass Verbraucher enttäuscht sind, wenn nach dem Öffnen der „glanzvollen Hülle“ nur so wenig Brauchbares zum Vorschein kommt – das hat man nicht erwartet.

Eine ganz andere Art von „Mogelpackung“ wird durch den Originalwortlaut der Zehn Gebote entlarvt. Er war Gott so wichtig, dass er ihn eigenhändig niedergeschrieben hat. Er ist bis heute von jedermann nachlesbar in 2. Mose 20,1-17.

Es gibt dazu ein Verteilblatt mit dem Titel „Ein Vergleich, der zu denken gibt“ (s. linken Menüpunkt "10 Gebote im Vergleich). Schlägt man die Innenseite auf, wird die „Mogelpackung“ bereits optisch sichtbar: Der volle biblische Text im Mittelteil wird jeweils flankiert vom „ausgedünnten“ Wortlaut des Dekalogs im Katholischen und im Evangelischen Katechismus. Doch viel gravierender als das Zusammenstreichen der Anzahl von Wörtern ist die Tatsache, dass das zweite Gebot Gottes entfernt, das vierte stark gekürzt und verändert und das zehnte geteilt wurde, um weiterhin zehn Gebote zu haben.

Bedauerlicherweise war Martin Luther, der sonst gern die alleinige Autorität der Heiligen Schrift (sola scriptum) betonte, an dieser Stelle nicht konsequent genug, die biblische Fassung des Dekalogs in seinen Katechismus zu übernehmen. Doch wenn wir selbst verbindliche Orientierung suchen oder Mitmenschen nach dem Willen Gottes fragen, sind wir zum Glück nicht auf die „Mogelpackung“ angewiesen, sondern können direkt auf den Bibeltext zugreifen.

Noch immer gilt für echte Christen das Prinzip: „Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“ (1 Joh 5,3)

Jürgen Schammer


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