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26/2014

[Jesus sagte:] „Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“

Matthäus 11,28

„Papa, eine Wespe!“, rief mein Sohn aus seinem Zimmer. Eine Wespe hatte sich - anscheinend schon vor einiger Zeit - unbemerkt in sein Zimmer verirrt und begonnen, in einer Ecke ein Nest zu bauen. Das Fenster war geschlossen, und nun wollte die Wespe zurück in ihre Welt, die nicht durch Wände und Türen begrenzt ist. Immer wieder stieß sie im Flug gegen die Fensterscheibe, bis sie nach einiger Zeit ermattet auf die Fensterbank fiel.

Schließlich rappelte sie sich wieder auf; aber da sie inzwischen nicht gelernt hatte, dass man Fensterscheiben nicht durchfliegen kann, flog sie immer wieder dagegen. Dass die Zimmertür zum Flur offenstand, wusste das Tier nicht.
Seit dem Sündenfall leben wir Menschen in einer „lebensfremden“ Welt, in der wir gefangen sind -nicht von sichtbaren Mauern und Türen, sondern von den Folgen der Trennung von Gott: Krankheit, Schuld, Misserfolge, Neid, Eifersucht und Tod. Diese „Wände“ und viele andere erinnern uns daran, dass wir nicht in der Welt leben, die Gott eigentlich für uns Menschen geplant hatte.

Die einen finden sich mit diesem Zustand ab und versuchen, ihr Leben so angenehm wie möglich zu gestalten - bleiben aber Gefangene. Andere lehnen sich auf, stoßen unentwegt an die „Wände“, weil sie nicht glauben können (oder wollen), dass der Ausweg ganz woanders liegt. Nicht wenige meinen, durch den Kontakt mit der Geisterwelt oder mittels faszinierender Weltanschauungen den Weg in die Freiheit zu finden.

Mit seiner Einladung „Kommet her zu mir ... ich will euch erquicken“ meinte Jesus - im Bild unserer Illustration formuliert: „Was müht ihr euch denn so ab, auf allen möglichen Wegen dem Gefängnis der Sünde zu entfliehen!? Kommt doch zu mir, ich habe euch doch das Tor in die Weite, in Gottes Welt längst geöffnet! Ich bin die einzige Tür zur Freiheit!“

Was hindert uns daran, dieser Einladung zu folgen? Warten wir doch nicht länger, dann werden wir erleben, wie Jesus sein Versprechen erfüllt: „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ (Joh 8,36) Viele suchen ein Leben in Fülle und Freiheit und merken nicht, dass Jesus ganz nah und bereit ist, ihre Sehnsucht zu stillen. Sie verhalten sich wie jemand, der nach seiner Brille sucht und nicht merkt, dass er sie längst auf der Nase trägt.

Heiner Lachmann


© Advent-Verlag Lüneburg

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