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25/2014

So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.

Apostelgeschichte 12,5

„Not lehrt beten“, sagen wir. Nach der Inhaftierung des Petrus erlebte dies die junge Gemeinde. Sie fürchteten um dessen Leben; denn König Herodes hatte vor kurzem den Apostel Jakobus enthaupten lassen (V. 2).

Es ist durchaus legitim, wenn wir uns in Notsituationen im Gebet zu Gott wenden. Gott fordert uns laut Psalm 50,15 sogar auf, das zu tun: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.“ Es tut auch gut zu wissen, dass Menschen – sogar ganze Gemeinden – für uns beten, wenn wir in Not sind. Petrus erlebte das und konnte deshalb trotz der ihm drohenden Hinrichtung so fest in seiner Zelle schlafen, dass der Engel, der ihn aus dem Gefängnis befreite, ihn unsanft wecken musste (Apg 12,7).

Gott erhörte also das Gebet der Gläubigen um Befreiung, doch dann passierte etwas Seltsames: Als Petrus zu dem Haus kam, in dem die Beter versammelt waren, hatte er Schwierigkeiten hineinzukommen. Erst nach längerem, anhaltendem Klopfen wurde er eingelassen. Rhode, das Hausmädchen, hatte ihn an der Stimme zwar erkannt, aber vor Freude das Tor nicht geöffnet. Und die Gemeindeglieder wollten ihr nicht glauben, dass es tatsächlich Petrus war, der vor der Tür stand. Erst nach einer gewissen Zeit begriffen sie, dass Gott tatsächlich ein Wunder gewirkt hatte.

Vielleicht denkt jetzt so mancher: Wie kann eine Gemeinde so eindringlich beten und dann nicht glauben, dass Gott ihre Bitte erhört hat!

Dass so etwas auch heute noch passieren kann, zeigt folgende wahre Geschichte. In einem afrikanischen Land herrschte eine große Dürre. Deshalb trafen sich die Glieder einer Gemeinde, um Gott um Regen zu bitten. Bei strahlendem Sonnenschein waren alle erschienen. Ein 10-jähriges Mädchen aber hatte einen Regenschirm mitgebracht. Alle lachten und zogen sie auf. Sie aber entgegnete: „Wenn wir Gott um etwas bitten, müssen wir auch glauben, dass er uns erhört.“ Sie war die einzige, die an diesem Tag trocken nach Hause kam, denn noch während des Gebets begann es kräftig zu regnen.

Ich wünsche uns dieses Vertrauen zu Gott beim Beten, auch dann, wenn wir die Erhörung nicht immer so zeitnah und eindrucksvoll erleben.

Günter Schlicke


© Advent-Verlag Lüneburg

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