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20+21/2014

Fürchte dich nicht vor den Leiden, die dir bevorstehen … Bleibe treu bis zum Tod, dann will ich dir den Siegeskranz des ewigen Lebens geben.

Offenbarung 2,10 (Neues Leben Bibel)

Günter E. Pietz fiel schon als 12-Jähriger in seiner Schule auf: Seine Begeisterung für die Bibel und für die Reformation Martin Luthers brachte ihm den Spitznamen „kleiner Prophet“ und den Ärger des katholischen Religionslehrers ein, der seinen „Bibeleifer“ bremsen wollte. Seine Eltern waren gläubige Katholiken, bevor sie sich 1937 den „Reformadventisten“ angeschlossen hatten. So lernte Günter auch die Bedeutung des Sabbats als den von Gott bei der Schöpfung eingesetzten und später im vierten Gebot verankerten Ruhetag kennen und schätzen.

Die Treue zu Jesus Christus als dem „Herrn des Sabbats“ (Mt 12,8) sollte sein kurzes Leben entscheidend prägen. Bereits im Alter von 15 Jahren wurde er von der Gestapo verhört und gefoltert, weil er nicht bereit war, samstags in einer Fabrik zu arbeiten. Ein Jahr später wurde er aus demselben Grund für zehn Wochen in das Konzentrationslager Auschwitz gesteckt. Nach seiner Entlassung war er so abgemagert und am Ende seiner körperlichen Kräfte, dass seine Mutter ihn nicht auf Anhieb erkannte.

Im April 1943 lehnte der noch nicht 18-Jährige den Führereid ab und war nicht bereit, eine Waffe in die Hand zu nehmen. Der Versuch, ihn nach seiner Verhaftung umzustimmen, schlug fehl. Günter Pietz berief sich auf die Bibel und auf sein Gewissen. Am 27. September 1943 wurde er im Gefängnis „Roter Ochse“ in Halle hingerichtet.

Am Tag seiner Hinrichtung schrieb er seinen Eltern: „Weinet nicht über mich, denn ich bin gut aufgehoben. Wenn unser Heiland einmal kommt, um sein Volk zu erlösen, dann werden wir uns freuen. Und mein Wunsch ist es, Euch, liebe Eltern, dort zu sehen. Es soll uns nichts scheiden von der Liebe Gottes.“ (Hans Fleschutz, Und folget ihrem Glauben nach, S. 31)

Den Trost und die Verheißung, die Jesus den Christen der Gemeinde Smyrna (heute Izmir in der Türkei) in unserem Andachtswort gab, bezog Günter Pietz auf sich persönlich.

Was uns die Zukunft auch bringen mag: Die Hoffnung auf die Wiederkunft von Jesus wird auch uns die Motivation und die Kraft schenken, ihm die Treue zu halten. Er ist es wert!

Elí Diez-Prida


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