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13+14/2014

Denn der HERR, euer Gott, ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden, wenn ihr euch zu ihm bekehrt.

2. Chronik 30,9

Jener Tag endete für Adam und Eva anders als alle anderen zuvor. Gestern noch hatten sie sich auf das Treffen mit Gott im Garten gefreut. Gestern noch lagen sie lachend auf der Lichtung und konnten es kaum erwarten, Gott zu sehen. Gestern.

Heute war alles anders. Heute erschraken sie vor Gottes Stimme, schauten sich ängstlich an und versuchten zu flüchten. Die Bibel berichtet: „Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten.“ (1 Mo 3,8)

Unvergebene Schuld verursacht Angst. Sie treibt in die Enge oder veranlasst zur Flucht. Sie kann dazu führen, dass wir uns vor Gottes Angesicht verstecken. Adam und Eva taten es – und auch wir erleben es.

Doch was tut Gott? Hiskia versicherte den Israeliten: „Gott ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden.“ Gottes Blickrichtung ist klar: Er schaut auf uns. Dass er „gnädig und barmherzig“ ist, lässt uns gewiss sein, dass er das eben nicht vorwurfsvoll tut.

Ich frage mich: Ist meine Blickrichtung genauso klar? Schaue ich auf Gott? Vertraue ich ihm? Oder bekomme ich es manchmal auch mit der Angst zu tun und wende meinen Blick von ihm ab, verstecke mich vielleicht sogar unter „Bäumen“?

Ich merke, wie gut es mir tut, wenn ich meinen Blick nicht von Gott abwende. Auch mich plagt Schuld, auch ich spüre die Neigung, einfach davonzulaufen. Doch ich habe erfahren, dass ich erst dann inneren Frieden finde, wenn ich mit meiner Schuld zu Gott gehe. Denn bei ihm erlebe ich, dass er mir vergibt, mich annimmt und mir Frieden schenkt.

Eigentlich sollte man es sich zur Regel machen: Je schwerer die Schuld, desto schneller zu Gott. Da Gott wirklich „gnädig und barmherzig“ ist – das, was ich gerade brauche, wenn ich Schuld auf mich geladen habe –, kann ich nie einen Fehler machen, wenn ich zu ihm gehe.

Wo blicken wir hin? Wenden wir unser Angesicht Gott zu, so wie er sein Angesicht uns zuwendet? Wagen wir es, auch heute mit unserer Schuld, mit unseren Sorgen und Zweifeln zu dem zu gehen, der gnädig und barmherzig ist und sein Angesicht nie von uns wenden wird!

Stephanie Kelm


© Advent-Verlag Lüneburg

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