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05/2014

„Ich bin der Herr, dein Gott ... Du sollst außer mir keine anderen Götter verehren!“

2. Mose 20,2a.3 (Hoffnung für alle)

Jeder Mensch hat bestimmte Leitbilder, die er bewundert oder nachahmt. Sie verkörpern zum Teil eigene Wünsche und Sehnsüchte. Wir richten uns nach ihnen; sie werden bewusst oder unbewusst zum Maßstab für unsere Lebensgestaltung.

Leitbilder können aber auch zu fragwürdiger Abhängigkeit führen, zum Missachten dessen, was Gott will und was unserem Leben tiefen Sinn gibt. Das nennt die Bibel Götzendienst. Wenn man nicht aufpasst, werden Wünsche oder Vorlieben zu einer Leidenschaft und machen unfrei.

Die Ansprüche des Götzen „Mammon“ sind stets aktuell: Geld wird zum Lebensinhalt und das Zauberwort heißt Gewinnmaximierung. „Kratos“, der Gott der Macht, wird in unserer Zeit nicht nur von Politikern verehrt. Die Göttin „Venus“ will heutzutage durch Magazine, Filme und Fernsehen glauben machen, dass wahres Glück nur in der erotischen Liebe zu finden sei. „Fortuna“, die Göttin des Glücks, verführt dazu, auf die große Wende oder auf den Supergewinn im Lotto zu setzen und von einer Hoffnung zu leben, die diesen Namen nicht verdient. Unzählige Menschen suchen Freude oder Vergessen im Alkohol; andere meinen, durch Drogen ihren Erlebnishorizont erweitern zu können.
Die Zusage „Ich bin der Herr, dein Gott!“ will und kann uns frei machen von der Gebundenheit an Götzen und fragwürdige Leitbilder. Wer sich entschließt, Gott als Herrn anzuerkennen, der hat den Weg in die Freiheit angetreten.
Auf Bahnsteig 8 in Frankfurt/Main wartete ich auf den ICE nach Hamburg. Es regnete. Ein Betrunkener mit einer Bierflasche in der Hand wankte auf mich zu. Ich schaute weg, doch er tippte mir auf die Schulter und fragte: „Glaubst du an Gott?“ Darauf war ich nicht gefasst. Wollte der „Säufer“ mich lächerlich machen? Mir war das peinlich, aber ich konnte ihm nicht ausweichen. So sagte ich, ohne zu überlegen: „Ja!“, und erwartete von ihm eine Reaktion etwa in der Richtung: „Na, dann zeig ihn mir doch mal!“ Aber der Betrunkene lallte: „Mensch, hast du es gut!“

Jetzt schaute ich genauer hin. Sein Gesicht war müde und kaputt. Und plötzlich wusste ich: Der Mann hat Recht! Mensch, hab ich es gut, dass ich an Gott glauben kann!

Günther Hampel


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