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52/2013

Beinahe hätte ich den Boden unter den Füßen verloren. Denn ich habe die stolzen Menschen beneidet, als ich sah, wie gut es ihnen trotz ihrer Bosheit ging. Sie scheinen ein sorgloses Leben zu führen und sind stark und gesund ... Deshalb versuchte ich zu begreifen, warum es den Gottlosen so gut geht. Aber das war mir zu schwer! Bis ich eines Tages in Gottes Heiligtum kam und darüber nachdachte, wie ihr Leben endet.

Psalm 73,24.16.17 (Neues Leben)

Warum geht es den Menschen, die ihr Leben ohne Gott gestalten, so gut, während Gläubige oft so viel erleiden müssen? Diese Frage machte schon Asaf, dem Verfasser des 73. Psalms, zu schaffen. Sie wird bis heute immer wieder gestellt, vor allem dann, wenn wir davon persönlich betroffen sind. Dabei geht es nicht um das Leid allgemein; denn jeder erlebt Zeiten, in denen es ihm gut geht, und solche, in denen Krankheiten oder andere Nöte unser Leben belasten.

Als Asaf sein Leben mit dem Leben derjenigen verglich, die in ihrem Leben nicht nach Gott fragten, bekam er den Eindruck, dass jene ein besseres Leben hatten als er. Dadurch wäre er fast zu Fall gekommen und hätte „den Boden unter den Füßen verloren“ – so groß war die Versuchung, sein Vertrauen zu Gott aufzugeben.

Empfinden wir mitunter nicht auch so, wenn wir von Menschen hören, denen scheinbar alles gelingt, obwohl ihr unrechtes Handeln ganz offensichtlich ist? Nachdem Asaf jedoch „eines Tages in Gottes Heiligtum kam und darüber nachdachte, wie ihr Leben endet“, wurde ihm klar: Vom scheinbaren oder tatsächlichen Glück der Gottlosen darf man sich als gläubiger Mensch nicht täuschen lassen, denn es währt nur, solange sie leben. Spätestens wenn sie sterben, müssen sie alles für immer zurücklassen.

Dieser Blick in das Heiligtum Gottes verhalf Asaf zu einem befreienden Entschluss: „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“ (V. 23.24)

Mögen auch wir Spott oder Benachteiligung erleben, weil wir uns nach Gottes Geboten richten und an seinen Maßstäben orientieren: Lassen wir uns doch von dem, was wir sehen und empfinden, nicht täuschen. Gott hält uns fest und holt uns am Ende in seine neue Welt.
Günter Schlicke


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