You are here: Andacht der Woche
Return to: Home
General:

49/2013

Für alles auf der Welt hat Gott schon vorher die rechte Zeit bestimmt. In das Herz des Menschen hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist. Aber der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz begreifen.

Prediger 3,11 (Hoffnung für alle)

„Nicht wahr, Oma, früher war nicht alles besser? “ fragte einer unserer Enkelsöhne vor ein paar Jahren meine Frau. Er war dabei, sich genauere Zeitvorstellungen anzueignen. Er begann sich für „früher“ zu interessieren, für eine Zeit, als es ihn selbst noch nicht gab. Nicht leicht zu verstehen für ein Kind. An den Enkelkindern wird mir bewusst, dass auch wir unsere Vorstellungen von Zeit erst lernen mussten, und dass dies gar nicht so einfach war.

Wie unterschiedlich erleben wir Zeit! Wie lange dauerte es früher, bis wir wieder Geburtstag feiern konnten. Und wie schnell ist ein Jahr um, wenn wir älter geworden sind. So, wie es nicht einfach zu verstehen war, dass es eine Zeit gab, in der wir noch nicht lebten, so ist es auch nicht einfach, sich damit vertraut zu machen, dass eine Zeit kommen wird, in der es uns nicht mehr gibt. Macht das Angst? In uns spüren wir die geheime Sehnsucht, bleiben zu können – ewig.

Spätestens seit Albert Einsteins Lehre von der Relativitätstheorie gilt: Die Zeit ist nicht nur im individuellen Erleben relativ. Für Menschen, die in großer Geschwindigkeit durch den Weltraum fliegen, vergeht die Zeit tatsächlich anders als hier auf der Erde.

Im Schöpfungsbericht der Bibel fällt auf, dass Gott am ersten Tag das Licht und die Zeit schuf („Tag und Nacht“, 1 Mo 1,5). Erst am vierten Tag setzte er das Maß, das die Zeit für den Menschen auf der Erde regelt. Von Anfang an sind die Zeit und das Maß ihres Vergehens nicht dasselbe. Gott ist der Schöpfer der Zeit, und er gibt allem seine Zeit. Er selbst ist der Zeit nicht unterworfen. Er ist ewig. So wenig, wie wir uns ein Bild von Gott machen können, vermögen wir, uns die Ewigkeit vorzustellen.

Gottes Wort sagt: „Jesus Christus ist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe.“ (Hbr 13,8 NLB) In Jesus kam Gott zu uns in die Zeit, um uns seine Liebe zu erweisen und uns von Sünde, Angst und Tod zu erlösen. Die Erlösungstat geschah in der Vergangenheit, doch seine Gnade wirkt an jedem Tag neu, weil sie aus der Ewigkeit kommt. Das nimmt mir den Schrecken, den das Vergehen der Zeit bewirkt. So wird wahr: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ (Ps 31,16)

Lothar Wilhelm


© Advent-Verlag Lüneburg

Go to: 51/2013 48/2013