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46/2013

„Auf“, sagten sie, „wir wollen eine Stadt errichten mit einem Turm, der bis in den Himmel reicht – ein Denkmal unserer Erhabenheit! Es wird verhindern, dass wir uns über die ganze Welt zerstreuen.“

1. Mose 11,4 (Neues Leben)

Im Januar 2010 wurde das höchste Gebäude der Welt, der Burj Chalifa in Dubai, eingeweiht. Er ist 828 Meter hoch, und damit sechsmal höher als der Kölner Dom, der im Vergleich damit wie ein Spielzeug wirkt. Natürlich hat er die größten und schnellsten Fahrstühle. 194.000 Liter Wasser durchfließen das Gebäude jeden Tag, 17.000 Menschen sollen sich dort aufhalten. Dieses Haus ist ein Denkmal für menschliche und technische Überlegenheit, die keinen Gott braucht. Die Wirtschaftswoche, die sich mit diesem Thema beschäftigte, überschrieb ihren Artikel mit den Worten „Vorbild Babylon“ (Ausg. 46/2008, S. 18).

Mit dem Turmbau zu Babel in der Urgeschichte der Menschheit hatte alles begonnen. Schon damals wollten die Menschen einen Turm bauen, „der bis in den Himmel reicht“. Seitdem ist Babel (Babylon) ein Sinnbild für die menschliche Hybris, ein Symbol für das Streben des Menschen, von Gott unabhängig zu sein. In der ganzen Bibel lesen wir von diesem Konflikt mit Babylon, das in der Offenbarung als Sinnbild der antigöttlichen Mächte benutzt wird.

Die Vorstellung des Menschen, sich an die Stelle Gottes zu setzen, begegnet uns in vielen Bereichen des Lebens, auch in den Finanzmärkten. Über den ehemaligen Chef der US Notenbank, Alan Greenspan, wird gesagt, dass er weniger ein Notenbanker sei, „sondern eher ein Gott“. All das drückt das Selbstverständnis der Akteure in der Finanzwelt aus. Investmentbanker sehen sich als „Meister des Universums“, sie sind in der Lage, mit ihren Milliardentransaktionen das Schicksal von Regierungen und Unternehmen zu bestimmen.

Aber dieses Treiben wird ein Ende haben. In der Offenbarung des Johannes wird der Untergang Babylons als Gerichtshandeln Gottes beschrieben und damit hört auch die menschliche Überheblichkeit auf: „In einer einzigen Stunde ist der gesamte Reichtum der Stadt [Babylon] verschwunden.“ (Offb 18,17a NLB)

Das ist eine gute Nachricht, ein Trost und eine Hoffnung für die Armen, Benachteiligten und die Christusgläubigen. Vertrauen wir auf das Handeln Gottes am Ende dieser Welt.

Roland Nickel


© Advent-Verlag Lüneburg

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