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10+11/2013

Liebt einander aus reinem Herzen, ohne nachzulassen!

1. Petrus 1,22 (Zürcher Bibel)

Es gibt viele schöne Dinge, die man nur genießen kann, wenn man sie in Maßen gebraucht - im Übermaß schaden sie eher. Essen, spielen, Sport betreiben, arbeiten und schlafen - all das hebt unsere Lebensfreude. Wenn wir es damit aber übertreiben, werden wir krank.
Bei einer echten, tiefen Liebe ist das völlig anders. Sie kennt kein schädliches Übermaß. Sie gibt sich immer ganz. Deshalb konnte Petrus die Christen ermutigen: „Liebt einander . ohne nachzulassen“ - das heißt ausdauernd, beharrlich, inständig.

Unsere Liebe wird im Alltag oft starken Belastungsproben ausgesetzt. Ist sie ausdauernd, dann erträgt sie auch Erschütterungen und Enttäuschungen. Solche Liebe aber muss Gott uns immer wieder neu schenken; und wir müssen sie unter seiner Regie immer neu üben.

Das geschieht, wenn wir Menschen begegnen, die andere Gewohnheiten oder Auffassungen haben als wir. Das geschieht im Miteinander der Ehe, in der Kindererziehung, in Konflikt- oder Stresssituationen.

Unser Andachtswort mahnt aber auch: „Liebt einander aus reinem Herzen!“ Die Liebe soll also echt und ungeheuchelt sein, nicht nur reine Höflichkeit, bloße Form oder momentane Rührung.

In der Textilindustrie werden Indanthren-Farbstoffe verwendet. Sie genügen höchsten Ansprüchen und sind licht-, koch-, wetter-, wasch- und chlorecht. Das heißt: Wind und Wetter, ja sogar giftige Substanzen können ihnen nichts anhaben. Sie bleiben „beständig“ auch in Problemsituationen. Das ist die Art von Liebe, die Petrus meinte: „farbecht“ und immer leuchtend frisch. Sie hält Belastungen aus und lässt sich nicht „aufweichen“ oder „auswaschen“. Sie ist ungeheuchelt und muss sich nicht verstellen, denn sie kommt von Herzen. Es ist eine Liebe, die Rücksicht nimmt und nicht das Feingefühl verletzt (vgl. 1 Kor 13,4-7). Sie versucht jederzeit, den Anderen zu verstehen und bewährt sich auch und gerade gegenüber den „Unsympathischen“, den „Nervensägen“; sie bewährt sich auch im stressigen Alltag und in Konflikten.

Müssen wir uns nicht eingestehen, dass wir diese aufrichtige Liebe durchaus nicht immer praktizieren? Weil es aber ohne sie keine echte Bruderschaft gibt, wollen wir die Mahnung des Apostels stets vor Augen haben: „Hört nicht auf, einander aus reinem Herzen zu lieben!“ (1 Ptr 1,22 GNB)

Hartwig Lüpke


© Advent-Verlag Lüneburg

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