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39/2012

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.

Römer 5,1.

Gerechtigkeit und Frieden suchen viele Menschen – leider oft vergeblich, denn es gibt sehr viel Leid in der Welt und ungerechten Umgang unter den Menschen. Darum sehnen sie sich nach wirklicher Gerechtigkeit.

Angesichts unzähliger Kriege und kriegsähnli­cher Zustände sind Friedensbemühungen unersetz­lich. „Wann kommen endlich Gerechtigkeit und Frieden? ", fragen sich viele. Wenn alle nur an sich denken und den Anderen zum eigenen Vorteil aus­nützen wollen, kann keine Gerechtigkeit entstehen. Statt Friede wird sich Streit breitmachen. In einer solchen Welt wirkt unser Andachtswort, das Paulus geschrieben hat, etwas weltfremd oder überholt.

Nun sagte er allerdings nicht, dass es in der gesamten Gesellschaft gerecht und friedlich zuge­he. Er schrieb, wir seien „gerecht geworden". Das meint aber bei genauerem Hinsehen, dass wir selbst wie alle Anderen waren: Wir dachten mehr an uns selbst; eine Gerechtigkeit aufgrund des Vertrauens zu Gott war uns fremd. Gerecht durch den Glauben meint anzuerkennen, dass wir selbst Gnade wegen unseres eigenen Fehlverhaltens benötigen. Wir sind „von unserer Schuld freigesprochen" (Hfa), „für gerecht erklärt worden" (NLB), „bei Gott angenom­men" (GNB).

Wer sich von Gott angenommen weiß, hat „Frie­den mit Gott". Es mögen zwar Fragen offen blei­ben beispielsweise nach dem Leid -, denn es wird immer noch am Arbeitsplatz oder in der Nachbar­schaft gestritten und gemobbt. Auch leiden täg­lich Menschen unter dem, was einer dem anderen zufügt.

„Frieden mit Gott" erlebt jeder, der sich von ihm mit der Erlösung durch Jesus Christus beschenkt weiß und ihm die Führung im Leben übertragen hat. Wer im Frieden mit Gott und sich selbst lebt, kann zum Friedensstifter da werden, wo er lebt. Er wird zu einem lebendigen Beispiel dafür, wie man durch den Glauben an Jesus Christus zu einer ruhenden Säule in der Brandung gegenseitiger Vor­würfe werden kann.

Wir können auch heute die Gerechtigkeit Gottes und seinen Frieden erleben und bezeugen.

Gerhard Wagner

© Advent-Verlag Lüneburg

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