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22/2012

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.

1. Korinther 13,13

Über eine Nachricht im Radio habe ich mich sehr gefreut: „Liebe siegt über das Geld!“

Ein junger Mann erledigte wie gewohnt seinen Job bei einem Geldtransportunternehmen. Durch seine Hände floss jede Menge Geld; oft waren es riesige Beträge. Was könnte ich mit so viel Geld alles machen! Dieser Gedanke ging ihm häufig durch den Kopf.
Unerwartet bot sich ihm eines Tages die Gelegenheit seines Lebens. Als er einige Momente lang unbeobachtet war, tauschte er einen vollen gegen einen leeren Geldbehälter aus. Es gelang ihm, die Sicherheitssysteme zu überlisten, und nun war er plötzlich steinreich. Mit zweieinhalb Millionen Euro hatte er ausgesorgt!

Den Großteil der Beute vergrub der junge Mann. Danach floh er ins Ausland und ließ sich in einem 5-Sterne-Hotel nieder. Dort lebte er im Luxus nach der Devise: „Man gönnt sich ja sonst nichts.“ Am Ziel seiner Träume angekommen plagte ihn nun aber die Frage: Was ist mir mehr wert, das Geld oder die Liebe? Wegen des gestohlenen Geldes hatte er seine Familie verlassen müssen. Das war ein sehr hoher Preis. Sollte er nun im Luxus ohne Frau und Kind weiterleben oder sich vor der Justiz verantworten?

Die Polizeibeamten staunten nicht schlecht, als die Selbstanzeige eintraf. Der junge Mann verriet sein Versteck und gab das übrige Geld zurück. Seine Familie war ihm mehr wert gewesen als die verbleibenden 2,2 Millionen Euro!

Häufig ist es so, dass man den Wert von Menschen und Dingen erst dann richtig schätzt, wenn sie einem verloren gegangen sind. Manchmal kommen uns Ideen oder Träume in den Kopf, deren Verwirklichung einen hohen Preis verlangen würde, weil wir viel Zeit und Energie hineinstecken müssten oder gar Gottes Gebote übertreten würden. Die Folge wäre der Verzicht auf die Gemeinschaft mit der eigenen Familie und der Familie Gottes, der Gemeinde. Auch dann würde sich die Frage stellen: Was ist mir mehr wert?

Ist uns bewusst, was uns die Zugehörigkeit zur Familie Gottes wert ist? Außer Frage steht, wie wertvoll wir Gott sind, denn er hat uns mit Jesus sein Bestes gegeben, damit die Familienbande erhalten bleiben (siehe 1 Joh 3,1). Ein Narr wäre, wer darauf verzichtet! Denn es bleibt dabei, wie Paulus schrieb: Die Liebe ist das Größte. Lassen wir uns auch heute von ihr leiten!

Jürgen Weller

© Advent-Verlag Lüneburgg

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