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09/2012

Denn ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: „Fürchte dich nicht, ich helfe dir!"

Jesaja 41,13

„Non abbiate paura!" - „Habt keine Angst!" Das waren die ersten Worte des unvergessenen Johannes Paul II, die er der wartenden Menge bei seinem ersten Auftritt als neuer Papst von der Loggia des Petersdoms in Rom zurief. Dieser unerschrockene Mann, der die damalige kommunistische Diktatur in Polen aus nächster Nähe erlebt hatte und während der Naziherrschaft nur knapp dem Tode entronnen war, hatte sie sich wahrscheinlich zum persönlichen Wahlspruch genommen.

Angst ist inzwischen geradezu zur Volkskrankheit geworden. Unter regelmäßigen Panikattacken - übrigens häufige Begleiter einer Burnout-Erkran-kung - leiden schon Jugendliche, gar nicht zu sprechen von den zahlreichen Phobien, die ständig neue Varianten hervorbringen. Daneben gibt es die „generalisierte Angststörung", eine diffuse existenzielle Angst, die von seelischen und körperlichen Symptomen begleitet wird.

Die Angst als psychische Erkrankung zeichnet sich dadurch aus, dass sie keinen objektiv messbaren Grund hat. Für die Betroffenen spielt das allerdings keine Rolle, sie fürchten sich auch ohne Anlass.

Zur Heilung einer handfesten Angststörung wird ein Bibeltext allein sicherlich nicht ausreichen. Sie muss von einem guten Psychotherapeuten behandelt werden. Aber es gibt eine gute Nachricht für alle Betroffenen: Angststörungen lassen sich wirksam und gut behandeln.
Doch welche Möglichkeiten haben diejenigen, die von ganz alltäglichen Ängsten geplagt werden? Bleibt ihnen nur die bange Frage: „Wie werde ich den heutigen Tag bewältigen?" Nein, denn an dieser Stelle wird das einprägsame Bild unseres Andachtstextes ganz konkret: Der Herr nimmt mich bei der Hand und sagt zu mir: „Fürchte dich nicht, ich helfe dir!"

Wie ein Kind die Hand des Vaters ergreift, so darf ich nach der Hand Gottes greifen und mich sicher fühlen. Mit Gott kann mir nichts wirklich Schlimmes passieren - wenn auch ich krank werde, meinen Arbeitsplatz verliere, oder die Erde bebt. Selbst vor dem Sterben brauche ich mich nicht zu fürchten.

„Fürchte dich nicht" Dieser Satz eignet sich gut als Lebensmotto, und ganz sicher als Wahlspruch für den heutigen Tag.

Heidemarie Klingeberg

© Advent-Verlag Lüneburg

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