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05/2012

Freilich gibt es unter den Völkern Menschen, die Gottes Gebote gar nicht kennen und doch danach leben, weil ihr Gewissen ihnen das vorschreibt. Durch ihr Handeln beweisen sie, dass Gottes Gesetz in ihre Herzen geschrieben ist, denn ihr Gewissen und ihre Gedanken klagen sie entweder an oder sprechen sie frei.

Römer 2,14.15 (Hoffnung für alle)

Leider gilt dieses positive Urteil des Paulus über einige Menschen seiner Zeit, die den wahren Gott nicht kannten, heute selten. Ein Beispiel dafür sind die Investmentbanker, die Kunden zweifelhafte Geldanlagen vermittelt haben, ohne sie über die wahren Hintergründe und Risiken aufzuklären - nur um des eigenen Profits willen und des der Bank. Viele Kleinanleger haben durch die Finanzkrise ihr ganzes Vermögen verloren und die ganze Wirtschaft wurde in Mitleidenschaft gezogen. Diese Banker dürften eigentlich nicht mehr ruhig schlafen können. Was ist mit ihrem Gewissen?

Es gibt eine Anekdote, die weithin bekannt ist. Ein Richter fragt den Verteidiger: „Haben sie noch etwas zu Gunsten des Angeklagten vorzubringen"? „Ja", sagt der Anwalt. „Ich bitte bei der Festsetzung des Strafmaßes zu berücksichtigen, dass mein Mandant schwerhörig ist. Deshalb konnte er die Stimme seines Gewissens nicht hören."

Natürlich ist das scherzhaft zu verstehen, aber mit einem ernsten Hintergrund. Viele scheinen innere „Ohrstöpsel" zu benutzen oder zu versuchen, die Stimme ihres Gewissens zu dämpfen oder gar abzutöten. Aber zuweilen meldet es sich doch, meist ungebeten. Dann kommen die alten Geschichten hoch: Betrug, Lügen, Diebstahl, Steuerhinterziehung, eheliche Untreue, Hass usw.

Dann wäre es an der Zeit und nötig, auf diese innere Stimme, die uns Schuld bewusst macht, zu hören und nach einem Ausweg zu suchen. Es ist ja noch nichts verloren, wenn das Gewissen sich meldet - im Gegenteil! Es kann gereinigt werden, sogar von den schlimmsten Verfehlungen - und das vor der höchsten Instanz, Gott selbst. Der Verfasser des Hebräerbriefes versichert uns: „Wie viel mehr wird das Blut Jesu Christi uns innerlich erneuern und von unseren Sünden reinwaschen ... Darum sind unsere Sünden vergeben, die letztlich nur zum Tod führen, und unser Gewissen ist gereinigt." (Hbr 9,14 Hfa) Wir brauchen nur auf Jesu Erlösung vertrauen und ihm rückhaltlos unsere Sünden bekennen (1 Joh 1,9). Das ist ein gewaltiges Angebot Gottes. Nehmen wir es doch immer wieder in Anspruch!

Klaus Schulz

© Advent-Verlag Lüneburg

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