You are here: Andacht der Woche
Return to: Home
General:

39/2010

Seid wachsam und nüchtern! Euer Feind, der Teufel, schleicht um die Herde wie ein hungriger Löwe. Er wartet nur darauf, dass er jemand von euch verschlingen kann.

1. Petrus 5,8 (Gute Nachricht Bibel)

Das Internet bietet eine Fülle von Informationen, die man gar nicht alle verarbeiten kann. Darunter findet sich auch Kurioses, wie die Geschichte über die „Bielefeldverschwörung“, in der behauptet wird, dass es diese Stadt gar nicht gibt.

Ich kann darüber nur lachen, denn ich weiß, dass die ganze Geschichte erfunden ist. Ich war selbst des öfteren in Bielefeld. Doch die Geschichte ist gut geschrieben, inhaltlich logisch und mit Aspekten der von vielen geliebten Verschwörungstheorien garniert. Und warum sollte man nicht glauben, was da so schön spannend aufgeschrieben ist?

Wenn so etwas außerhalb unserer Gemeinde passiert, mag man darüber schmunzeln, wenn so etwas aber in unseren Reihen geschieht, wird es gefährlich. Da behauptet etwa jemand leichtfertig, dass alle Bibelübersetzungen Fälschungen sind, wenn sie nicht auf den „Textus Receptus“ (das griechische Neue Testament in der Version von Erasmus von Rotterdam aus dem Jahr 1516) zurückgehen. Wer sich mit der Materie näher befasst, erkennt schnell, dass es für eine solche Aussage keine Grundlage gibt. Oder es wird behauptet, dass dieses oder jenes Gemeindeglied insgeheim ein Vertreter irgendwelcher obskuren Mächte ist und man ihm nicht trauen dürfe.

Es mag interessant sein zu ergründen, warum derartige Verschwörungstheorien immer wieder auftauchen und geglaubt werden. Ist es Sensationslust, Effekthascherei oder einfach nur Naivität?

Schwerwiegender ist die Frage nach dem persönlichen Umgang mit der Wahrheit. Die biblische Ethik erwartet von Gottes Kindern nicht nur, dass sie die Wahrheit sagen, sondern dass sie wahrhaftig reden, was viel umfassender zu verstehen ist (2 Mo 20,16; Eph 4,25).

Verschwörungstheorien wird es immer wieder geben. Sie züchten einerseits ein vermeintliches Elitewissen, machen andererseits Angst, säen Misstrauen, wirken zerstörerisch. Ich bin davon überzeugt, dass wir so etwas nicht brauchen!

Gott führt seine Gemeinde, beschützt sie und braucht keine Personen mit angeblichem Geheimwissen. Ich halte es lieber mit der von Petrus angemahnten Nüchternheit, die davor schützt, vom Teufel vereinnahmt zu werden (1 Ptr 5,8).

Heinz-Ewald Gattmann



© Advent-Verlag Lüneburg

Go to: 30/2010 28/2010