You are here: Andacht der Woche
Return to: Home
General:

04/2010

Den Sabbattag sollst du halten, dass du ihn heiligest, wie dir der Herr, dein Gott, geboten hat. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag … sollst du keine Arbeit tun … Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst und der Herr, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat … Darum hat dir der Herr, dein Gott, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst.

5. Mose 5,12-15

Ein Mann hatte einen großen Terminkalender, der bald zu klein wurde. Er kaufte sich einen größeren mit Einteilungsmöglichkeiten für die Nachtstunden, disponierte dann noch einmal, trug sorgfältig alle Tagungen, Sitzungen und Konferenzen ein und sagte dann zu sich selbst: „Nun sei ruhig, lieber Freund, du hast alles gut geplant, versäume nur nichts!“ Und je weniger er versäumte, umso mehr stieg er im Ansehen der Leute und wurde in den Ausschuss A, in den Vorstand B gewählt, wurde zweiter und erster Vorsitzender.

Es ist töricht zu meinen, mit einem größeren Terminkalender hätte man auch mehr Zeit. Vielleicht finden sich einige von uns in diesem Mann wieder: Geschäftstermine, Zeitdruck, Hetze, kaum Freizeit. Selbst von Schülern und Rentnern hört man oft: „Keine Zeit, ich bin im Stress.“ Viele von uns sind Gefangene der Zeit, Sklaven von Zeitdruck und Terminen geworden!

Gott hat die Zeit geschaffen und uns zur Verfügung gestellt. Er hat den Sabbat geschaffen und ihn als „freie Zeit“ eingesetzt. Der Mensch soll an diesem Tag Pause machen, die Arbeit ruhen lassen und sich Zeit nehmen. Das Sabbatgebot wird hier von Mose mit dem Auszug aus Ägypten begründet: Weil Gott sein Volk aus der Sklaverei befreit hatte, konnte es in Freiheit Sabbat feiern. Der Sabbat ist ein Zeichen der Befreiung von Gefangenschaft und Bindung!

Der Sabbat soll auch für uns ein Zeichen der Befreiung von Zeitdruck und Terminzwängen sein. Ein Tag, an dem wir wirklich Zeit haben – Zeit für uns, für unsere Mitmenschen und für Gott. Ein Tag, an dem es keine fremdbestimmte Zeit gibt und keinen vollen Terminkalender.

Wenn wir diesen Tag so erleben, dann wirkt er sich auch auf den Rest der Woche aus, und auch an den anderen sechs Tagen wird uns die Zeit nicht so leicht versklaven! Mit Gottes Hilfe und im Zeichen des Sabbats wird es uns gelingen, Gestalter und nicht Opfer unserer Zeit zu sein.

Roland E. Fischer

© Advent-Verlag Lüneburg

Go to: 05/2010 12/2010