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03/2010

Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt ... Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch ... dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe.

1. Mose 9,13-15

Es ist stockdunkel, als ich aufwache. Seit Stunden trommelt der Regen aus schweren Wolkenbergen gegen die Fensterscheiben, und ein Ende ist nicht abzusehen. Eigentlich ist es nicht meine Art, in solchen Situationen gleich an Bibeltexte zu denken, aber dieses Mal geht mir ganz spontan obiger Bibeltext durch den Kopf.

Kurz darauf wird in der Frühausgabe der „Tagesschau“ für die gesamte Nordseeküste eine schwere Sturmflut angekündigt. Eindrucksvolle Aufnahmen zeigen, wie sich in den Häfen von London und Rotterdam die riesigen Flutschutztore schließen. Werden sie dem Druck der Wassermassen wirklich standhalten und auf diese Weise eine Katastrophe verhindern und Leben retten?

Aber warum sollte es uns im reichen Westeuropa eigentlich anders gehen als den Menschen in den übervölkerten Nationen Ostasiens, die neuerdings, wie es scheint, ständig von solchen Katastrophen heimgesucht werden? Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten, auch wir sind „live“ dabei, und auf einmal wird aus der Klimakatastrophe, die wir bisher nur aus dem Fernsehen kannten, ein real erlebbares Desaster.

Aber hat denn Gott nicht versprochen ...? Nein, er hat nie zugesagt, die Naturgesetze zu unseren Gunsten auszuhebeln. Die Suppe, die wir uns eingebrockt haben, müssen wir schon auslöffeln, denn auch diesbezüglich gilt – frei nach Galater 6,7 – das Prinzip von Saat und Ernte, von Ursache und Wirkung. Da bleibt nichts, was wir dem Schöpfer in die Schuhe schieben könnten. Aber seine Verheißung gilt, dass keine Sintflut mehr kommen wird.

Deshalb können wir dankbar mit dem Psalmisten bekennen: „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke.“ (Ps 46,2) Mitten in den zunehmend dramatischen Entwicklungen dieser Endzeit ruft er dir und mir zu: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!“ (Jes 41,10)

Friedhelm Klingeberg

© Advent-Verlag Lüneburg

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