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32/2009

Denn das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft.

Jakobus 5,16b (Hoffnung für alle)

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: „Beten nützt nichts, es könnte sogar schädlich sein.“ So lautet das Ergebnis einer in Amerika durchgeführten wissenschaftlichen Langzeitstudie, die die Wirkung fürbittenden Gebets auf Kranke untersucht hat. Gesponsert von dem gläubigen Investmentbanker John Templeton wurden 1.800 Bypass-Patienten in drei Gruppen eingeteilt: für die eine wurde gebetet, ohne dass sie darüber informiert wurde, die zweite wusste um die Fürbitte, für die dritte wurde nicht gebetet. Die „Studie über den therapeutischen Einfluss des Fürbittegebets“ ergab: Fürbitte um eine erfolgreiche Operation mit schneller Genesung ohne Komplikationen hat keinen messbaren Einfluss auf den Genesungsprozess. Bei Patienten, die über die Fürbitte informiert waren, traten sogar öfter Komplikationen auf als bei den anderen.

Nur gut, dass Elia nichts von dieser Studie wusste, als er den Himmel verschloss, um Feuer für den Altar betete und gleich danach auch noch um Regen für das ausgetrocknete Land! Doch hatte er nicht erlebt, dass die Witwe in Zarpat, bei der er Zuflucht gefunden hatte, stets genug Mehl und Öl vorfand, um Brot zu backen? Und dass ihr einziges Kind aufgrund der Fürbitte Elias wieder zu sich kam, nachdem es bereits aufgehört hatte zu atmen? (1 Kön 17-18) Auch Jesus machte sich offenbar keine Gedanken über statistische Heilungschancen, als er Kranke heilte, Dämonen austrieb und Tote auferweckte. Die urchristliche Gemeinde folgte ihm darin, wie die Berichte der Apostelgeschichte zeigen. Offenbar lässt sich Gott von Statistiken nicht sonderlich beeindrucken, sondern greift wirksam in unser Leben ein, wann und wie er will.

Eines sollte uns nach dieser ernüchternden Studie allerdings klar sein: Wir können Gottes Handeln nicht berechnen, einkalkulieren, prognostizieren und auf diese Weise kontrollieren. Er ist und bleibt der souveräne Herr, über den wir Menschen zu keiner Zeit verfügen. Gerade deshalb bitten wir ihn ja auch, anstatt von ihm etwas zu fordern oder als selbstverständlich zu erwarten.

Die Bibel ruft uns Christen dazu auf, füreinander um Heilung an Körper, Seele und Geist zu beten und die Kranken zu salben (Jak 5,13-16). „Wenn sie im festen Vertrauen beten, wird Gott den Kranken heilen. Er wird ihn aufrichten und ihm vergeben, wenn er gesündigt hat.“ Auch heute noch gilt: „Das Gebet eines Menschen, der unbeirrt glaubt, hat große Kraft.“
Rolf J. Pöhler

© Advent-Verlag Lüneburg

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