You are here: Andacht der Woche
Return to: Home
General:

29/2009

Ich habe Freude an deinen Geboten, sie sind mir sehr lieb, und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Weisungen.

Psalm 119,47.48

Von Natur aus ist der Mensch kein Freund des Gesetzes Gottes – im Gegenteil: Er rebelliert gegen die Ansprüche der Gebote und empfindet sie als Einengung seiner Freiheit. Der Schreiber des Psalms hat die Erfahrung gemacht: Er hat Freude an den Geboten Gottes und liebt sie. Auch andere Texte zeugen davon: „Meine Seele verzehrt sich vor Verlangen nach deinen Ordnungen allezeit.“ (V. 20)

Da erhebt sich die Frage: Wie kommen wir zu einer solchen Einstellung gegenüber den Geboten Gottes? Von Jesus heißt es in den Psalmen: „Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.“ (40,9) Jesaja schreibt vom Kommen des Herrn: „Dem Herrn hat es gefallen um seiner Gerechtigkeit willen, dass er sein Gesetz herrlich und groß mache.“ (Jes 42,21) Wenn wir das lesen, drängt sich die Überlegung auf: Ist es möglich, die Gebote Gottes zu halten und zu lieben, so wie Jesus tat? Wenn die Propheten auf die Zeit des Neuen Bundes hinweisen, sprechen sie zugleich von einer Verinnerlichung des Gesetzes Gottes. Durch Jeremia ließ Gott sogen: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz und in ihren Sinn schreiben.“ (Jer 31,33)

Im Alten Bund hatte das Gesetz zentrale Bedeutung. Das hat sich auch im Neuen Bund nicht grundsätzlich geändert, aber nun steht Christus im Zentrum. Wenn er in uns lebt und wir in ihm, halten und lieben wir die Gebote, denn: „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's der mich liebt.“ (Joh 14,21) Und weiter heißt es: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.“ (Joh 15,10) Leben und bleiben wir in dieser Gemeinschaft mit Jesus, so werden wir Freude an seinen Geboten haben und bezeugen können: „Sie sind mir sehr lieb.“

In welche Situationen werden wir heute kommen? Wir brauchen einen zuverlässigen Maßstab. Auf die meisten Grundsatzfragen unseres Lebens erhalten wir in den Zehn Geboten eine klare Antwort. Wir werden uns zurechtfinden und die richtige Entscheidung treffen können. Immer wieder werden wir die Erfahrung machen: „Ich habe Freude an deinen Geboten, sie sind mir [sehr hilfreich und] sehr lieb.“ Sie bewahren mich auch heute vor Sünde, Schaden und Fehltritten.

Gerhard Vorsatz

© Advent-Verlag Lüneburg

Go to: 16/2009 1/2009