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28/2009

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebräer 11,1

Man lernt im Leben nie aus! Das gilt auch und vor allem für das Studium des Wortes Gottes. Ich finde auch nach Jahrzehnten immer wieder Neues.

Als ich unlängst den Hebräerbrief studierte, habe ich im Kommentar von William G. Johnsson eine großartige Entdeckung gemacht. In Hebräer 11 wird anhand einer „Galerie der Glaubenshelden“ an vielen Biographien gezeigt, wie sich der Glaube zur Zeit des Alten Testaments im Leben einzelner Männer und Frauen ausgewirkt hat.

Im ersten Vers finden wir den Leitsatz, der das Verhalten dieser Gläubigen geprägt hat. Uns ist die Lutherübersetzung sehr vertraut: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft ...“ Sie beschreibt, was Glaube bedeutet.

Doch W. G. Johnsson betont, hier handele es sich nicht in erster Linie um die Definition von Glauben, vielmehr um seine Auswirkung. Das gehe aus dem Textzusammenhang hervor. Außerdem verwende der Schreiber des Hebräerbriefes für „Zuversicht“ einen anderen Begriff (z. B. 4,15).

William G. Johnsson stützt seine Übersetzung auf einen archäologischen Fund. „In römischer Zeit stritten sich in Ägypten zwei Parteien um ein Grundstück. Um ihren Anspruch vor Gericht zu bekräftigen, schrieb die Klägerin einen Brief und ließ ihn durch einen Sklaven überbringen. Der Sklave übernachtete unterwegs in einem Gasthaus, das in der Nacht abbrannte. Der Brief der Herrin überstand das Feuer unversehrt und auch die ,hypostasis', die sie diesem Brief beigelegt hatte ... Es war die Besitzurkunde für das umstrittene Grundstück.“ (W. G. Johnsson, Der Brief an die Hebräer, S. 215)

Genau dieser Begriff steht in Hebräer 11,1. Ein anderer Theologe übersetzt: „Der Glaube gibt dem, was wir erhoffen, die volle Sicherheit künftiger Verwirklichung.“ (Dörrie)

Jesus hat der verlässlichen Zusage, dass die Gläubigen das Reich Gottes besitzen würden, in ganz schlichten Worten Ausdruck verliehen: „Ich sage euch die Wahrheit: Wer meine Botschaft hört und an den glaubt, der mich gesandt hat, der wird ewig leben. Ihn wird das Urteil Gottes nicht treffen, denn er hat die Grenze vom Tod zum Leben schon überschritten.“ (Joh 5,24 Hfa)

Diesen festen Glauben wünsche ich uns heute!

Joachim Hildebrandt

© Advent-Verlag Lüneburg

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