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11/2009

Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.

1. Thessalonicher 5,23

Heiligung betrifft den ganzen Menschen, Geist, Seele und Leib. Wir unterscheiden in unserem Leben verschiedene Bereiche: Arbeit und Beruf, Ehe und Familie, Freizeit und Hobby, Gemeinde, Bibellesen und Gebet. Diese Bereiche können wir uns wie verschieden große Stücke einer Torte vorstellen. Nur in begrenztem Maße können wir die Größe der „Tortenstücke“ verändern, zum Beispiel weniger Hobby und mehr Zeit für die Familie oder etwas weniger Schlaf und mehr Zeit für die tägliche Andacht.
Aber unsere Heiligung umfasst unser gesamtes Christsein. Sie ist kein Teilbereich, sondern soll alle anderen durchdringen wie das Aroma alle Tortenstücke durchtränkt: Wie wir unsere Arbeit verrichten, wie wir unsere Ehe führen, was wir in unserer Freizeit tun –alles hat eine Bedeutung. Selbst im Urlaub sind wir von unserem Christsein nicht befreit. Paulus schreibt deshalb von einer Heiligung „durch und durch“.

Das erinnert mich an den Unterschied von furnierten Möbeln und Möbeln aus massiven edlen Hölzern. Oft kann man den Unterschied mit bloßem Auge gar nicht erkennen. Doch wenn durch den täglichen Gebrauch Stellen beschädigt werden, dann sieht jeder: dieses Möbel ist massiv, durch und durch aus edlem Holz, oder: hier ist nur eine ganz dünne Schicht aus echtem Edelholz aufgeleimt. Heiligung soll den ganzen Menschen veredeln, nicht nur die sichtbare Oberfläche.

Dazu erklärt uns die Bibel, dass Heiligung ein lebenslanger Prozess Gottes ist, der erst mit unserem Tod seinen Abschluss findet. Paulus ermutigt uns dazu, wenn er im nächsten Vers versichert: „Treu ist er, der euch ruft, er wird's auch tun.“ (V. 24)
Martin Luther hat Heiligung so beschrieben: „Das Leben ist nicht Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht Gesundsein, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind's noch nicht, wir werdend aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber noch im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles.“

Wir sind also immer noch unterwegs zum Ziel der Heiligung. Das hat Gerhard Tersteegen so trefflich beschrieben: „Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen.“ (WLG 63, Str. 4)

Joachim Hildebrandt

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