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2/2009

Und Gott der HERR sprach: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei."

Mose 2,18
Als junger Pastor bewohnte ich anfangs ein möbliertes Zimmer. Eine Tür zum Nachbarzimmer war durch einen Schrank zugestellt. In diesem Nachbarzimmer wohnte ein Forststudent. Wenn ich nach Hause kam, hörte ich ihn oft sprechen — er hatte aber keinen Besuch. Er redete mit sich selbst, wollte in seinem Alleinsein wenigstens eine Stimme, und wenn es seine eigene war, hören.

Die Sprache ist für die Verständigung und das Gespräch da und braucht trotz der vielen alternativen Unterhaltungsmöglichkeiten ein Gegenüber. Leider verkümmert in der heutigen Zeit das Gespräch von Mensch zu Mensch immer mehr. Für die Handy- und Internetkommunikation gibt es die sogenannten Akronyme. So nennt man die Verkürzung von Sätzen in Buchstabenkürzel, die sich aus den ersten Buchstaben der einzelnen Worte zusammensetzen, z. B. „BB" für „Bis bald"; „LG für „Liebe Grüße"; „hegl" für „Herzlichen Glückwunsch".

Trotz aller Neuerungen und Abkürzungen bleibt die gesprochene Sprache von Mensch zu Mensch doch das beste Kommunikationsmittel. Dazu gehören auch das Zuhören und der Blickkontakt. Und es kommt auch darauf an, wie wir etwas sagen, sonst werden unsere besten Absichten, wenn sie im falschen Ton ausgesprochen werden, missverstanden. „Redet mit jedem Menschen freundlich; alles, was ihr sagt, soll gut und hilfreich sein. Bemüht euch darum, für jeden die richtigen Worte zu finden." (Kol 4,6 Hfa)

Unsere Sprache ist ein kostbares Gut. Mit ihr können wir segnen oder fluchen, heilen oder verletzen, trösten oder entwürdigen. Mit ihr können wir Gott loben und verherrlichen, ihn anbeten und preisen.

Möge Gott uns heute freundliche Worte im richtigen Augenblick schenken, uns aufmerksame und einfühlsame Zuhörer sein und, wenn nötig, besser auch einmal schweigen lassen.

Egon Schramm

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