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47/2008

Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt.

Johannes 4,28

Eben haben wir den Kindern aufgetragen, ihr Buch mitzunehmen, wenn sie auf ihr Zimmer im oberen Stockwerk gehen. Wenig später: Die Kinder sind in ihrem Zimmer, das Buch liegt immer noch unten - vergessen! Da steht eine ältere Person vor uns. Sie möchte uns teilhaben lassen an ihren persönlichen Erlebnissen, erzählt von alten Bekannten, aber die Namen wollen ihr nicht mehr einfallen - vergessen! Wir besuchen eine befreundete Familie. Es herrscht Regenwetter. Wenig später bohren die Sonnenstrahlen ein Loch in die Wolken und schieben sie beiseite. Wieder zu Hause angekommen stellen wir fest, dass unser Schirm nicht mit uns gekommen ist - vergessen!

Da steht der Krug verlassen am Brunnen. Die Frau, die eigens dorthin gekommen war, um Wasser zu schöpfen, war wieder fortgelaufen - ohne Wasser und ohne Krug. Hatte sie ihn vergessen oder war er ihr einfach hinderlich? Auf jeden Fall war etwas anderes zur obersten Priorität geworden. Ihr war klar geworden, wo die eigentlichen Wertigkeiten in ihrem Leben la gen. Auf der Suche nach dem Glück hatte sie hier und da an zweifelhaften Quellen genippt und war doch innerlich leer geblieben. Jetzt, nach Jahren der Enttäuschung, hatte sie das gefunden, wonach sie sich schon immer gesehnt hatte: das Wasser des Lebens. In der Begegnung mit Jesus merkte sie, wie ihr Durst, ihre Sehnsucht, gestillt wurde. Was spielte da im Augenblick der Krug noch für eine Rolle! Sie, musste zurück in die Stadt und allen erzählen, dass sie Christus und ein neues Leben gefunden hatte.

Da ist die Frage nach den Prioritäten im Leben und nach dem, was man im Augenblick ruhig mal „vergessen" kann. Ist es die stille Zeit mit Gott, die hier und da „vergessen" wird? Das Lesen in der Bibel, dem Brief Gottes an mich? Das Nachdenken über ihn, über seine Führung in meinem Leben? Oder ist es der „Krug" mit den nicht abreißenden Beschäftigungen? Lass deinen Krug ab und zu einmal stehen und freue dich an Jesus und dem, was er für dich bereit hält! Vielleicht ist gerade heute ein Tag, an dem wir einen Termin verschieben oder eine Aufgabe hintanstellen sollten, um stattdessen lebendiges Wasser zu trinken.

Dietrich Müller

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