You are here: Andacht der Woche
Return to: Home
General:

45/2008

Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.

2. Korinther 4,16

Manche Radiosendungen bieten ihren Hörerinnen und Hörern die Möglichkeit, Angehörigen, Freunden oder Geburtstagskindern Grüße und Glückwünsche zu übermitteln. Mir ist dabei aufgefallen, dass ganz bestimmte Wünsche immer wiederkehren und in die Richtung gehen: „Bleib so, wie du bist!" oder „Mach weiter, wie wir dich kennen!". Die Botschaft ist deutlich: Ändere dich bloß nicht, wir mögen dich so, wie wir dich schon immer erlebt haben.

Klar, wenn man Menschen mit ihren guten Seiten kennen- und liebengelernt hat, möchte man nicht, dass sie sich verändern. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Humor, all das soll so bleiben. Aber was ist mit den dunklen Seiten? Mit Unpünktlichkeit, Hartherzigkeit, Eigensucht, mangelnder Zuverlässigkeit oder anderen Macken, mit denen manche sich ihr eigenes Leben und das ihrer Mitmenschen schwermachen. Soll das auch so bleiben?

Die meisten Menschen haben Angst vor Veränderungen, denn die bringen in der Regel Unsicherheit mit sich. Wenn sich jemand, den man nie anders erlebt hat, im Verhalten oder im Charakter ändert, kommen sofort die Kommentare: „Was ist mit dem los?" — „Wir kennen ihn gar nicht wieder!" — „Hoffentlich kriegt der sich bald wieder ein."

Bei gläubigen Menschen ist das meistens anders. In einem Lied heißt es: „Jesus, bei dir muss ich nicht so bleiben wie ich bin." Wir wünschen deshalb nicht: „Bleib, wie du bist", sondern „Lass dich verändern durch Gott". Christenleben ist ein Leben der Veränderung und des Wachsens zu dem hin, wie Gott uns gemeint hat. Christsein ist nicht auf Stillstand und aufs Bewahren des „Status quo" angelegt. Äußerlich mögen wir mit zunehmendem Alter die Vergänglichkeit spüren, aber innerlich geht es aufwärts, wir verändern uns und „wachsen in der Liebe" (Eph 4,15) bis zum Lebensende.

Christliches Leben ist dynamisch. Mit der Taufe, dem Bekenntnis zu Gott und zur Gemeinde, hat unser Leben mit Gott erst begonnen. Solange wir auf dieser Welt sind, ist Veränderung angesagt. Gott begleitet uns auf diesem Weg, er hilft uns und gibt uns Kraft. Es ist wichtig, dass uns diese Einstellung zur inneren Gewissheit wird. Es gibt keinen Stillstand im Leben mit Gott. Wie alt wir auch sein mögen, wie sehr unser Körper auch abbaut: Er will uns erneuern, jeden Tag aufs Neue! Was möchtest du heute in deinem Leben verändern?

Roland Nickel

Go to: 46/2008 44/2008