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21/2008

Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.

Lukas 2,29.30

Er war noch ein Säugling - aber wer mit den richtigen Augen hinsah, konnte schon in den ersten Lebenstagen in diesem Kind den Heiland der Welt erkennen. Und wer ihn erkannte, dessen „Lebens- und Glaubensmelodie" bekam einen ganz anderen Klang, selbst wenn er nur noch wenige Tage, Wochen oder Monate zu leben hatte. Und er konnte sogar fröhlich sterben, so wie der alte Simeon, der sich nicht dabei aufhielt, sich an dem niedlichen Säugling zu erfreuen, sondern in großer Begeisterung vorausschaute auf den, der aus diesem Kind werden sollte: den Erlöser der Welt.Was Simeon erlebte, wiederholte sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten immer dann, wenn Menschen den Wunsch hatten, Jesus zu sehen. So wie jene Griechen, die sich mit ihrem Wunsch extra an Philippus wandten (Joh 12,20ff.). Sie wollten Jesus gerne sehen - nicht aus Sensationslust oder wegen seiner Prominenz, sondern weil bis zu ihnen durchgedrungen war, dass die Begegnung mit diesem Jesus das Leben von Menschen grundlegend verändern konnte. Wer ihm begegnete, der blieb nicht, wie er war.

Das galt für Pharisäer und Zöllner, Huren und Hochzeitspaare, Kleinkinder Und „Unberührbare", und selbst dem Verbrecher am Kreuz wurde diese Chance noch geschenkt. Weil er sah, wer dieser unschuldig Verurteilte wirklich war, konnte Jesus ihm noch in seinen letzten Lebensminuten eine ganz neue Perspektive schenken, die bis in die Ewigkeit reichte (Lk 23,39-43).

So war es damals, und heute ist es nicht anders. Wie das praktisch aussehen kann, schrieb mir vor einiger Zeit einer meiner Bibelfernkurs-Teilnehmer, und er fasste seine Begegnung mit Jesus in drei Sätzen zusammen: „Die Sünde brachte mich in den Knast. Jesus überließ mir die Entscheidung, ein sündiges Leben zu führen oder mit ihm zu gehen. Heute gehe ich mit ihm!" Wer den Herrn so erlebt, der darf Hoffnung und Zukunft haben, auch wenn er lebenslang hinter Gittern sitzt.

Sollte das dann nicht viel mehr für jeden gelten, der bereits viele Jahre mit Christus lebt? Vielleicht brauchen wir gerade deshalb diese „neuen Augen", diesen ganz anderen Blick, um die Wirklichkeit Jesu in unserem Leben ganz neu zu entdecken. Und ich bin sicher: Was Jesus damals, dem alten Simeon schenken konnte, das liegt für uns heute schon längst bereit. Lass ihn dir heute schenken, den neuen Blick für deinen Herrn!
Friedhelm Klingeberg

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