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13/2008

eine Andacht aus dem Andachtsbuch des Adventverlages:

Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben — wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

Römer 8,31.32

Lena und Arne machten Osterferien in Graubünden. Schnell bezogen sie ihr Zimmer, packten mit fliegenden Händen die Koffer aus, es zog sie nach draußen. Die Luft war mild, roch nach Frühling, nur noch zwei, drei schmutzigweiße Schneefelder erinnerten an den Winter. Die ersten Märzenbecher und Krokusse steckten ihre Köpfe aus der feuchten Erde.

Doch die Sonne konnte und wollte nicht durchbrechen. Grauer Nebel schwebte dicht über den Dächern und in den Bäumen parkten düstere Wolkenfetzen. „Vielleicht müssen wir höher rauf", meinte Arne, und Lena schnürte die Wanderschuhe fester. Tapfer marschierten sie bergan, durchquerten den dichten Tannenwald und wanderten über Steine und Geröllhalden, bis die schroffe Felswand vor ihnen aufragte.

Schließlich kam ihnen ein Einheimischer auf dem schmalen Pfad entgegen. „Sagen Sie, hat es einen Sinn, überhaupt noch weiterzusteigen? Wie sieht es oben aus?" fragten Lena und Arne. „Ja, natürlich", sagte der Ortskundige. „Sie müssen bis zum Kreuz hinauf, dort droben ist alles hell!" Und wirklich: Am Gipfelkreuz war der Nebel wie fortgeblasen. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel herab und brachte auch alle anderen Berggipfel zum Leuchten.

Vielleicht sollten wir auch öfter einmal über die Nebel- und Wolkenfelder unseres Alltags hinwegsteigen und empor wandern bis zum „Kreuz". Vor 2000 Jahren wurden an einem Kreuz die grundlegenden Probleme der Menschheit ein für alle mal gelöst. Jesus hat das für uns getan. Bei ihm können wir alles ablegen, was uns bedrückt: eigene Schuld, Sorge um andere, unrealistische Erwartungen, unerfüllte Träume, Frust und Ärger, die Angst vor der Zukunft und den Schmerz, wenn unsere Liebe nicht erwidert wird, die Trauer über den Verlust guter Freunde. Wenn auch drunten im Tal immer noch derselbe Nebel lauert, können wir am „Kreuz" doch wieder einmal durchatmen und Mut schöpfen.

Die Hoffnung, dass Gott am Ende alles gutmachen wird, kann heute Freude und Zuversicht in uns wecken.

Sylvia Renz

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