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12/2008

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebräer 11,1

Der Volksmund sagt: „Glauben heißt nicht wissen." Oft gebrauchen wir diese Redewendung als Entgegnung auf eine Vermutung unseres Gesprächspartners. Wenn wir als Christen von Glauben sprechen, meinen wir dann auch eine ungewisse Vermutung? Was heißt glauben?

Ein kleines Mädchen fragte: „Vater, was heißt glauben?" Der Vater überlegte einen Augenblick und sagte dann: „Ich werde es dir später erklären." Eines Tages hatte der Vater im Keller zu tun. Der einzige Weg dahin führte durch eine Falltür. Seine kleine Tochter wollte auch in den Keller kommen, aber es war keine Leiter da. „Vater, ich will zu dir!" „Dann spring doch einfach herunter", antwortete der Vater, „ich werde dich auffangen." Das Mädchen zögerte. Es konnte den Vater nicht sehen, denn der Keller lag wie ein dunkles Loch vor ihm. „Aber ich kann dich ja gar nicht sehen, ich kann überhaupt nichts sehen", rief das Kind. „Aber ich sehe dich", antwortete der Vater. „Du springst und ich werde dich auffangen. Meine Arme sind jetzt ausgebreitet.” Im nächsten Augeblick sprang das Mädchen in die Dunkelheit hinein, direkt in die ausgebreiteten Arme des Vaters. Sie wusste ganz sicher, dass ihr Vater bereit stand, um sie aufzufangen, auch wenn sie ihn nicht sehen konnte.

Manchmal geht es uns ähnlich wie dem Mädchen. Wir fühlen uns unsicher, wie vor einem dunklen Loch und - wir können Gott nicht sehen! Trotzdem konnte der Schreiber des Hebräerbriefes behaupten, dass der Glaube eine Überzeugung ist, ein festes Vertrauen. Wie kommt man dahin? Kann man glauben, ohne zu sehen? Die Tochter konnte voller Vertrauen springen, denn sie kannte ihren Vater und wusste, dass er sie sieht. So ist es auch für uns wichtig, dass wir Gott, unseren himmlischen Vater, kennen und immer besser kennenlernen. Durch das Studium der Bibel, das Gebet, durch Gespräche mit anderen Christen und vor allem durch eigene Erfahrungen lernen wir Gott immer besser kennen und wachsen im Vertrauen zu ihm.

Wir dürfen wissen, dass er uns sieht, immer mit ausgebreiteten Armen auf uns wartet und uns auffängt. Nur springen müssen wir selbst, im Vertrauen auf und im Glauben an ihn.

Roland E. Fischer

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