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08/2008

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.
Micha 6,8



Das Reinigen der Wäsche war früher eine sehr aufwändige Angelegenheit, für die die Hausfrauen oft einen ganzen Tag benötigten. Die Wäsche musste eingeweicht, vorgewaschen und in einem großen Topf gekocht werden. Sollte sie schön weiß werden, wurde sie auf die Bleiche gelegt, mehrfach begossen, gespült, durch die Wringmaschine gedreht, bis sie endlich zum Trocknen aufgehängt werden konnte. Heute nimmt uns die Waschmaschine fast alle diese Arbeiten ab. Wir brauchen die Maschine nur noch zu befüllen, einzustellen, das Waschmittel hineinzugeben, dann auf einen Knopf zu drücken und das moderne „Heinzelmännchen" macht alles ganz allein. Soll die Wäsche schön kuschelig weich werden, dürfen wir den Weichspüler nicht vergessen.

Was hat das alles mit unserem Andachtswort zu tun? Eigentlich nichts- oder vielleicht doch? Obiges Bibelwort ist eindeutig, klingt sehr verbindlich, fast hart. Es wird etwas gefordert. Das „Du sollst" der göttlichen Zehn Gebote ist dem ähnlich, und Jesu Worte: „Ich aber sage euch", scheinen ebenfalls keinen Widerspruch zu dulden.

Es gibt eine große Anzahl solcher eindeutiger Worte in der Bibel. Ich habe manchmal allerdings den Eindruck, wir legen derart „harte" Bibelworte gerne in die „Waschmaschine" unserer Meinungen, geben jede Menge „Weichspüler" dazu, drücken auf den „Auslegungsknopf" und was dann herauskommt, schmiegt sich kuschelig weich unserem Zeitgeschmack an.

Aus Geboten werden Angebote, aus Forderungen Empfehlungen, Eindeutiges wird zwei- und mehrdeutig. Aber das „Weichgespülte" gibt uns keinen richtigen Halt mehr und nimmt uns langsam aber sicher den festen Grund. Wenn ich Gottes Gebote nicht ernst nehme, wird das früher oder später Folgen haben. Wenn ich zur Rechenschaft gezogen werde, weil ich 50 Stundenkilometer gefahren bin, wo nur 30 erlaubt waren, wird mir die Begründung „Ich habe das Tempolimit nur als Empfehlung verstanden", später wenig nützen.

Gottes Gebote und klare Worte in unserem Leben praktisch umzusetzen ist gut und wichtig. Wir sollten sie immer ernst nehmen mit der Gewissheit, dass Gott es gut mit uns meint und nichts zu unserem Schaden geschieht.

Lothar Reiche

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